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Hagenower Kreisblatt

19. November 2017 | 13:22 Uhr

Dellien : Regengebiet im Schlepptau

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Dellien feierte sein 22. Erntefest im Zeichen des Klimawandels. Höhepunkt war ein bunter Dorf-Umzug

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 12:00 Uhr

Regen, Regen, Regen ist das beherrschende Thema dieses Sommers. Damit das kühle Nass von oben dem traditionellen Ernteumzug in Dellien nicht ausgeht, hat René Rings den originellsten Wagen des Tages gebaut: Ein mobiles Regengebiet fährt beim Umzug mit. „Die Idee hatten wir angesichts der Wetterlage eigentlich sehr schnell“, berichtet René Rings, der passend zum Thema komplett in regendichte Gummiausstattung gekleidet ist. „Länger haben wir an der Umsetzung getüftelt.“ Der Anhänger eines Rasentreckers wurde verkleidet, auf ihm fährt ein blaues Regenfass. Am Rahmen sind allerlei Sprüche zum Thema Regen zu lesen und blaue Tropfen aus Plastikfolie tanzen im Wind. Die größte Überraschung ist: Mit Hilfe einer Batterie, einer Pumpe und eines Gartenschlauchs kann das mobile Regengebiet tatsächlich regnen! Und obwohl alle vom Regen die Nase gestrichen voll haben, wird der Wagen von René Rings ausgiebig bestaunt und gefeiert.

„Wir Delliener sind doch alle Engel“, strahlt Silke Bathel, neue Chefin des Dorfvereins. Der Dauerregen der letzten Tage hat ein Einsehen und pünktlich zum Start des Umzugs klart es auf. Die Delliener sind bestens aufgelegt, als auch noch jede Menge Zuschauer die Straßen säumen und sich der Umzug mit der Blaskapelle Kaarßen vorneweg in Bewegung setzt. „Man hatte schon gar keine Lust mehr, weiter an den Wagen zu bauen, wenn es so regnet. Da steckt schon sehr viel Arbeit drin und wenn man dann befürchten muss, dass niemand zum zuschauen kommt, ist das traurig. Aber jetzt ist alles gut“, freut sich auch Sabine Niederhoff. Sie hat mit ihrer Familie zum Thema „Klimawandel“ eine riesige Arche Noah aus Stroh gebaut, die mit einem Segel versehen ist und auf einem Treckeranhänger fährt. „Die nächste Sintflut kommt gewiss“ heißt es auf dem Transparent. „Wir haben unsere Arche extra groß gebaut, damit wir alle aus Dellien mitnehmen können“, lacht Sabine Niederhoff.

Wetter und schlechte Ernte sind auch das Thema bei den anderen Teilnehmern. Die Mischung von traditionellen Erntewagen und witzigen Motiven macht wie immer den Delliener Ernteumzug aus. Wilhelm Dräger preist auf seiner Karre die diesjährige Mangelware Heu an und sein Nachbar frotzelt: „Das ist bestimmt schon gammelig!“ Wem das Heu von Wilhelm Dräger zu teuer ist, kann bei Ralph und Henning Bathel lernen, wie man mit einer alten Häckselmaschine günstiges Tierfutter aus Stroh herstellen kann. Eine üppige Ernte und einen besonders grünen Daumen beweist erneut Elke Effenberger mit ihrem über und über mit prächtigen Blumen, Mais und Kürbissen geschmücktem Gefährt, bei dem ein lustiges grünes Männchen mitfährt. „Ich habe am Donnerstag angefangen zu bauen, die Blumen müssen ja frisch sein“, erklärt sie, „Ideen habe ich immer genug, ich könnte den ganzen Umzug gestalten.“ Auch René Rings denkt schon ans kommende Jahr: „Ich habe schon eine Idee für den nächsten Wagen, aber die werde ich noch nicht verraten.“
 

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