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SVZ-Fragen zum Wochenende : Realität mit Abstraktem vereinen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Mit seiner Kunst drückt Erwin Stahl seine Sichtweise auf die Welt aus / Heute stellt sich der Hobby-Maler den beliebten SVZ-Fragen

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2015 | 00:04 Uhr

Abstrakte Formen, Linien und Skulpturen verbunden mit Themen, die Erwin Stahl alltäglich erlebt – so lassen sich die Bilder des Wittenburger wohl am besten beschreiben. Erwin Stahl ist leidenschaftlicher Maler. Auf seinen Leinwänden verarbeitet der 74-Jährige das, was er sieht und fühlt. Sein kleines Atelier befindet sich im Kellerraum seines Hauses. Hier zieht sich der Rentner in seiner Freizeit zurück und geht seiner Leidenschaft nach. Die Bilder gibt er oft an seine Kinder und Enkel weiter, aber auch in seinem Haus schmücken die Kunstwerke die Wände. Es sind Arbeiten, die die Natur darstellen, aber auch aktuelle Themen wie die derzeitige Flüchtlingsproblematik. „Ich selbst bin auch ein Flüchtling“, erzählt Erwin Stahl, der 1945 bei eisiger Kälte von Polen ausgesiedelt nach Mecklenburg kam. In seinem Leben ist der Pensionär viel herumgekommen, arbeitete als Malermeister und Werksleiter im Sägewerk und qualifizierte bis zu seinem Vorruhestand Lehrlinge. Heute widmet sich der Wittenburger voll und ganz seinem Hobby, dem Malen und beantwortet SVZ-Redakteurin Nadja Hoffmann die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Sich jeden Tag eine erreichbare Zielstellung setzen. Ich brauche immer eine Aufgabe, dass ich mir morgens sage, das machen wir heute.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Mit meiner Frau Margot in unserer Wohnung. Wir haben hier alles selbst gestaltet und verändern immer wieder viel. Bei schönem Wetter sind wir auch oft in unserem Garten.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Ich bin in der Landwirtschaft groß geworden und habe viel auf dem Feld gearbeitet. Eigentlich mussten wir überall mit anpacken.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Geld haben wir dafür nicht bekommen. Aber einmal im Monat war zum Beispiel Kino bei uns, da durften wir dann hingehen. Und wir hatten auch immer ausreichend zu Essen.
Wo findet man Sie am ehesten?
Draußen im Garten oder in der Natur und bei mir im Kellerraum beim Zeichnen und Malen.
Was stört Sie an anderen?
Gejammer und wenn jemand alles kritisch betrachtet, aber selbst nichts dagegen tut.
Wer ist Ihr persönlicher Held?

Direkte Helden habe ich nicht. Ich habe vielen Leuten etwas zu verdanken, zum Beispiel meiner Tante, die mich in meiner Lehrzeit aufgenommen hat und eigentlich alles für mich getan und mich unterstützt hat. Das hätte ich ihr sehr gern noch einmal gedankt, aber leider hat sie nicht lange gelebt. Ich bewundere auch Menschen, die sich für etwas einsetzen – für die Natur, den Frieden oder auch wie derzeit für die Flüchtlinge.
Was würden Sie gern noch können?
Ich möchte einfach alles beibehalten, was ich bereits gelernt habe und mich darin noch weiterentwickeln. Ich lese viele Fachbücher über Zeichentechniken und lerne immer dazu.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Lebensfreude zu zweit. Meine Frau und ich haben in diesem Jahr unseren 52. Hochzeitstag gefeiert, wir kennen uns schon, da war sie 17 und ich 18 Jahre alt.
Wen würden Sie gern einmal treffen?
Menschen, die mir in meinem Leben sehr geholfen haben würde ich gerne noch einmal treffen. Meinen alten Lehrmeister oder auch wie schon gesagt meine Tante.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Wurst, Käse, Milch... alles, was so üblich ist.
Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Hausmannskost – Schnitzel, Geflügel, Fisch.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese gerade Bücher über das Malen und Fachbücher.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Alles, was ich täglich zu sehen bekomme und was meine Frau und ich täglich erleben. Aber auch die tägliche Berichterstattung. Ich lese jeden Tag die Zeitung und schaue Nachrichten, darauf könnte ich nicht verzichten.
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Viele Träume sind schon in Erfüllung gegangen. Eigentlich ist in meinem Leben alles gut verlaufen. Ich hoffe, dass alles so bleibt und wir gesund bleiben.
Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?
Ehrgeizig.
Wo ist für Sie Heimat?
Eigentlich mein Zuhause hier in Wittenburg. Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?
1. Frieden für alle, und dass alle menschlich miteinander umgehen.
2. Die Umwelt schützen und sie erhalten.
3. Keine Ungerechtigkeit und Habgier mehr.
Verraten Sie uns, was kaum jemand über Sie weiß?
Als ich früher im Sägewerk als Werksleiter gearbeitet habe, mussten einige der Mitarbeiter eine Qualifikation ablegen. Sie waren praktisch super, aber in der Theorie sehr schwach. Ich habe mich mit zur Prüfung angemeldet und vorher mit ihnen für die Antwortmöglichkeiten A, B, und C verschiedene Handzeichen ausgemacht und in der Prüfung dann etwas nachgeholfen.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Ich habe keine konkrete Personen oder einen Namen, aber es sollte eine Person sein, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge engagiert und ihnen hilft.


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