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Landkreis Lüneburg : Raupen geht es an den Kragen

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Der Landkreis Lüneburg bekämpft die Raupen des Eichenprozessionspinners jetzt mit einem Hubschrauber aus der Luft und am Boden erfolgt das Besprühen befallener Bäume. Experten raten: Nester auf keinen Fall "abfackeln".

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erstellt am 05.Apr.2013 | 11:45 Uhr

Neuhaus | Der Landkreis Lüneburg wird die Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpfen, und zwar mit einem Doppelschlag: außerhalb von Ortschaften kommt ein Hubschrauber zum Einsatz und in den Ortschaften erfolgt das Besprühen befallener Eichen vom Boden aus. Zu einer Informationsveranstaltung hatte der Landkreis in den "Lindenhof" geladen. Etwa 40 Bürger aus dem Amt Neuhaus waren gekommen. Dr. Marion Wunderlich, Leiterin des Gesundheitsamtes, referierte über die Biologie des Schädlings und über das Mittel, das der Landkreis zu seiner Bekämpfung einsetzen wird.

Brennhaare der Raupen enthalten Nesselgift

Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbar aussehender Schmetterling, aber seine Raupen, die haben es in sich. Sie entwickeln sich aus den Eiern des Prozessionsspinners, verpuppen sich mehrfach und bilden ab dem dritten Larvenstadium winzig kleine, nicht sichtbare Brennhaare aus. Kommen die auf die Haut des Menschen oder in die Atemwege, kann das zu Atemwegserkrankungen oder Hautreizungen kommen. Besonders Kinder und Personen mit Vorbelastungen (Allergien, Asthma) sollten damit nicht in Kontakt kommen. In seltenen Fällen kann auch ein allergischer Schock ausgelöst werden.

Landkreis bekämpft den Schädling vorbeugend

Der Landkreis hat sich für eine vorbeugende Bekämpfung entschieden. Dafür wird das Pflanzenschutzmittel Dimilin 80 WG eingesetzt, das die Weiterentwicklung der Raupen verhindert. Das Mittel ist seit Jahrzehnten in Gebrauch und gilt als unschädlich für Menschen, Säugetiere, Fische, Vögel und Bienen. Es liegt als Film auf den Eichenblättern und wird von den Raupen beim Fressen der Blätter aufgenommen.

Die Bekämpfung wird nur an den Orten und Plätzen vorgenommen, wo eine Gesundheitsgefährdung für Menschen besteht, also in der Nähe von Schulen, Kitas, Einkaufszentren. "Das Problem ist seit Jahrzehnten auch in der Forst bekannt. Auch hier wird nicht flächendeckend bekämpft", erläuterte Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer. Es werde auch nicht eingegriffen, um die Bäume zu schützen, sondern es gehe um den Schutz der Gesundheit der Menschen. Wo Fußgänger oder Radfahrer vorbei müssten, dort müsse die Bekämpfung erfolgen. In anderen Bereichen werde der Befall akzeptiert und es würden lediglich Warnhinweise aufgestellt.

Dem Landkreis ist es gelungen, mit der Firma Stixel aus Hessen einen Tagessatz auszuhandeln. Zwei Vertreter waren auch im "Lindenhof" dabei, um Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Wenn die Raupen in ihrer Entwicklung soweit sind, dass der optimale Bekämpfungszeitraum da ist - und das liegt am Wetter - werden von der Firma Stixel zwei Trupps unterwegs sein, einer mit Traktor und Hebebühne und eine Art "Nachsorgetrupp". Durch eine umfassende, systematische Erfassung aller im letzten Jahr befallenen Bäume ist festgelegt, wo bekämpft werden muss. Der Landkreis unterscheidet dabei nicht zwischen privaten und öffentlichen Bäumen. Will jemand befallene Bäume auf seinem Privatgrundstück behandeln lassen, die nicht auf der Liste des Landkreises stehen, weil sie zum Beispiel nicht an der Straße stehen, dann muss derjenige selbst eine Firma beauftragen und auch selbst bezahlen.

Der Landkreis hat auf seiner Internetseite eine Liste von Firmen zusammengestellt. Fragen beantworten auch Nicole Bielenberg und Sybille Ruffing vom Ordnungsamt der Gemeinde (038841/60714 oder -60713). Die Fachfirma aus Hessen rät dringend davon ab, die alten Nester oder auch neue, sichtbare Nester "abzufackeln", dabei verbreiten sich die Brennhärchen erst richtig. Auch das Absaugen der Nester sei relativ sinnlos. Als "Hausnummer" für eine vorbeugende Behandlung wurden 40 Euro benannt, es kommt aber darauf an, wie groß der Baum ist und ob man gut an ihn herankommt.

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