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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 12:38 Uhr

Boizenburg : Rauchgas vergiftete Anwohner

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gasheizung vermutlich Ursache für Feuer gestern früh in Boizenburg. 100 000 Euro geschätzter Schaden. Kripo ermittelt zur Ursache.

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Dicke Rauchwolken zogen in den Morgenstunden durch die Boizenburger Altstadt. Anwohner wollen es zweimal richtig laut knallen gehört haben, dann sei eine große Stichflamme gesichtet worden. Der Brand eines zweigeschössigen Einfamilienhauses in der Klingbergstraße 17 war Grund für die morgendliche Aufregung. Sogar Nachbarhäuser wurden evakuiert und die Feuerwehr bat, Fernster und Türen geschlossen zu halten.

Ein Defekt an einer Gastherme könnte die Ursache für den Brand in der Boizenburger Altadt gewesen sein, heißt es von Seiten der Polizei. Das Feuer brach nach bisherigen Erkenntnissen im Bad des Hauses im Erdgeschoss aus. Zwar meldete die Polizei, dass die beiden Bewohner des Hauses unverletzt blieben. Allerdings berichtete die Feuerwehr, dass drei Personen ambulant behandelt wurden. Zwei davon sogar mit Verdacht auf Rauchvergiftung.

Die anschließenden Evakuierungen der Nachbarhäuser konnten noch am Vormittag komplett aufgehoben werden. Laut ersten Schätzungen könnte sich der Gesamtschaden auf ca. 100 000 Euro belaufen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur genauen Brandursache sind noch nicht abgeschlossen.

Kameraden hatten es schwer, Ort zu erreichen

In der engen Verlängerung der Durchgangsstraße war es für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr nahezu unmöglich, den Einsatzort mit den Einsatzfahrzeugen zu erreichen. Deswegen standen diese bis auf die Hauptdurchgangswege.

Alarmiert wurden die Kameraden um 8.14 Uhr. Bereits sieben Minuten später waren sie vor Ort, um mit der Brandbekämpfung zu beginnen. Das Feuer hatte sich jedoch schon auf die gesamte Wohnung ausgebreitet. Feuerwehren aus Bahlen, Gothmann und Gresse unterstützten ihre Boizenburger Kameraden. Sie wurden vor allem herangezogen, weil der Einsatz unter Atemschutz durchgeführt werden musste. Mehr als 60 Kameraden waren vor Ort, plus Polizei und Sanitäter.

„Das Problem ist, dass es ein altes Haus ist und man nicht genau weiß, welche Decken neu gezogen sind und was sich darunter befindet. Wir suchen jetzt noch nach Glutherden“, beschreibt ein Feuerwehrmann die Situation, nachdem die großen Brandherde bekämpft worden waren.

Boizenburg bräuchte endlich eine Drehleiter

Der Boizenburger Wehrführer Reinhold Tiede berichtet gegenüber der Lokalredaktion : „Das Feuer entwickelte sich im Erdgeschoss und breitete sich so aus, dass es sogar auf Teile des Obergeschosses übergriff.“

Aus diesem Grund wurde auch die Partnerwehr aus Lauenburg alarmiert. Erst dank ihrer Unterstützung seien die qualmenden Glutherde im Dachgebälk untersucht worden. Die Boizenburger Feuerwehr selbst verfügt zur Zeit nämlich nicht über eine Drehleiter. Ein Umstand, der von den Kameraden sehr kritisch betrachtet wird. So merkte ein Feuerwehrmann gegenüber der SVZ an: „Es wird nun allerhöchste Zeit, dass unsere Stadt auch wieder eine Drehleiter bekommt.“

Bereits am vergangenen Wochenende beim Brand einer Scheune in Granzin musste die Wittenburger Feuerwehr extra alarmiert werden, weil auch bei diesem Einsatz eine Drehleiter vonnöten war. Die Ausschreibung zur Anschaffung dieses technischen Hilfsmittels war beschlossenes Thema auf der letzten Stadtvertretersitzung am vergangenen Donnerstag. Bis sie tatsächlich da ist, wird es aber wohl noch dauern.

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