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Raser im Ort : Raguther in Sorge um ihre Kinder

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gestern versahen Einwohner die Ortsausgänge mit Tempo-30-Schildern

Sie haben Angst um ihre Kinder und Enkelkinder, die Eltern und Großeltern aus Raguth, einem 90-Seelen-Dorf nahe Döbbersen in der gemeinde Wittendörp. Seit die Straße im Ort vor drei Jahren neu gemacht worden sei, hätten sie  die Tempo-30-Begrenzung verloren, erzählt Rudolf Heidinger.   Seitdem gehe die Sorge um, dass etwas passieren könne, denn nicht alle Autofahrer hielten sich an das 50-Schild im Dorf, berichtet der 58-Jährige weiter im SVZ-Gespräch. „Es gibt zwei bis drei Kurven im  Ort, der außerdem nur zur Hälfte mit einem Gehweg ausgestattet ist. Besonders in den Kurven und an der Bushaltestelle mitten im Dorf  möchten wir eine teilweise Verkehrsberuhigung herstellen“, sagt Heidinger. Denn an der Buswarte stiegen die Schüler ein und aus. „Da wir keinen Spielplatz in Raguth haben, tollen oft Kinder mit Skateboard, Roller oder Fahrrad auf der Straße herum. Eltern und Großeltern haben mittlerweile große Angst, dass hier mal etwas passieren könnte, weil ein Fahrzeug  vielleicht  nicht mehr rechtzeitig bremsen kann.“

Um sich nicht völlig hilflos in ihr Schicksal zu fügen, haben rund 30 Raguther nach dem Frühjahrsputz bei der Feuerwehr, Ende März, während eines geselligen Beisammenseins spontan  in die Lederbörsen gegriffen und Geld gespendet. Rund 200 Euro.

„Wir haben davon zwei Schilder anfertigen lassen, nachdem wir beim Amt Wittenburg und dem Bürgermeister Jürgen Nadzeika nachgefragt haben, ob wir das dürfen“, erzählt Heidinger. Und hätten sofort grünes Licht  erhalten.

Gestern nun haben die Raguther Nägel mit Köpfen gemacht, und die Hinweisschilder wie angekündigt postiert, sprich also eingebuddelt. „Wenn von 100 Autofahrern künftig 20 etwas rücksichtsvoller durch unser Dorf rollen, haben wir schon viel erreicht“, ist sich Heidinger sicher und wird sicherlich erfreut sein, zu erfahren, dass sich die Gemeinde Wittendörp ebenfalls für eine neuerliche 30-Tempo-Regelung stark machen wolle. Wie Bürgermeister Jürgen Nadzeika auf SVZ-Nachfrage mitteilte sei das Problem hinlänglich bekannt. „Die Gemeindevertretung will bei der Verkehrsaufsicht des Landkreises Ludwigslust-Parchim einen Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung innerhalb des Ortes stellen.“

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erstellt am 11.Apr.2014 | 15:00 Uhr

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