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Hagenower Kreisblatt

24. Oktober 2017 | 13:38 Uhr

Stiepelse : Radtouristen erobern Elberegion

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Winfried Arwers aus Geesthacht radelt mal eben rund 90 Kilometer, nur um sich in Stiepelse kulinarisch verwöhnen zu lassen

von
erstellt am 22.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Die Welt auf zwei Rädern entdecken, für Winfried Arwers aus Geesthacht ist das eine Lebenseinstellung. „Ich bin seit etwa acht Wochen Rentner. Nun habe ich genug Zeit, die Elbregion genauer kennenzulernen“, sagt der 65-Jährige, den wir in Stiepelse treffen, als er sich gerade wieder auf sein modernes Fahrrad schwingen will. Das Schaltwerk wurde bei diesem Rad nämlich im Kurbelgehäuse integriert. „Hier wird alles ausschließlich mit Muskelkraft bewegt, wie bei anderen Schaltwerken auch“, stellt der Radler klar. Auf den ersten oder zweiten Blick könnte man nämlich denken, es handele sich um einen E-Antrieb. Dem sei aber nicht so.

Er habe sich bei Regina Byell kulinarisch gestärkt und wolle nun zurück nach Hause, nachdem er einige Stunden zuvor von dort an die Elbe geradelt sei. „Das sind doch hin und zurück nur etwa 90 Kilometer“, rechnet der sportliche Senior vor. Er sei über Lauenburg und Boizenburg gekommen und fahre nun über Bleckede, Hohnstorf nach Geesthacht, erklärt der ehemalige Außenhandelskaufmann, der schon sein ganzes Leben lang in die Pedalen tritt. „Im Sommer bin ich die Elbe entlang bis nach Tschechin ins Elbsandsteingebirge gefahren. Das war ein bisschen anstrengend“, grinst Arwers. Und rollt los.

Für Regina Byell vom örtlichen Café & Bistro Plan-b sind Touristen Alltag. „In der Woche kommen mehr Radfahrer und am Wochenende sind es die Autofahrer, die zum Kaffeetrinken anreisen.“ Auf Winfried Arwers angesprochen, bemerkt die Inhaberin, er habe extra bei ihr vorbeigeschaut, um zu erzählen, dass die Menschen in Island, wo er ebenfalls jüngst zum Radfahren unterwegs gewesen sei, genauso freundlich seien wie in Stiepelse.

Grit Richter, Bürgermeisterin von Neuhaus, ist erfreut, dass sich Radfahren an der Elbe zunehmender Beliebtheit erfreue. „Leider wird aber oft nur durch die anliegenden Orte durchgefahren. Wir sind als Kommune dabei, Angebote zu entwickeln, um die Aufenthaltsdauer unserer Besucher zu verlängern.“ Das Vorhandene sei zwar durchaus sehenswert, reiche aber bei weitem nicht.

Ähnlich sieht das auch Jens Kowald, Geschäftsführer der Flusslandschaft Elbe GmbH und Projektleiter Kurs Elbe. „Die Besucherzahlen steigen auf dem Elberadweg. Das Amt Neuhaus hat sehr gute Radwege und sehr gute Partner“, lobt er und spricht im selben Atemzug von einem neuen Tourismuskonzept bis 2020. Auch seien E-Bikes mittlerweile nicht nur etwas für Ältere. „Auch junge Menschen stehen ihnen aufgeschlossen gegenüber. Ladesäulen für E-Bikes und Hotspots könnten beispielsweise die Aufenthaltsqualität spürbar erhöhen.“ Viele Besucher führen von Hamburg nach Dresden gern an dem ehemaligen Grenzfluss entlang, wenn der Wind aus Süden käme. „Wir brauchen mehr Vernetzung und Sensibilisierung der Infrastruktur. Das ist die Herausforderung der Zukunft“, betont Kowald im SVZ-Gespräch.

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