Boizenburg : Radeln gegen Mauern

Das internationale Friedensprojekt „Peace Road“ setzt sich für die Aufhebung der Teilung zwischen Nord- und Südkorea und die Eröffnung eines 5. UN-Büros dort ein.
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Das internationale Friedensprojekt „Peace Road“ setzt sich für die Aufhebung der Teilung zwischen Nord- und Südkorea und die Eröffnung eines 5. UN-Büros dort ein.

Der deutsche Abschnitt der in 120 Ländern gebildeten „Peace Road 2016“ wurde nicht zufällig am 13. August gefahren

svz.de von
15. August 2016, 11:00 Uhr

Es war kein Zufall, dass sich Siegfried Pries aus Bleckede den 13. August für seine Radtour ausgesucht hatte, den Tag, an dem die Mauer vor 55 Jahren zwischen der DDR und der BRD errichtet wurde. Er und seine 25 Mitstreiter fuhren am Sonnabend den deutschen Abschnitt der „Peace Road 2016“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von Bleckede über Boizenburg nach Lauenburg und zurück auf der anderen Elbseite zum Ausgangspunkt.

An dem Projekt „Peace Road“ nahmen allein im letzten Jahr Menschen in 120 Länder auf dem gesamten Globus teil. Zu Fuss, per Rad, Auto oder mit anderen Fortbewegungsarten bilden sie in jedem Jahr gemeinsam einen Weg des Friedens um die Erde, um zu sagen: „Wir sind alle eine Familie“.

Das Projekt steht jedes Jahr unter einem anderen Motto, manchmal auch der Abschnitt in einzelnen Ländern. „Wir setzen uns, wie die Teilnehmer in den meisten anderen Ländern, auch in diesem Jahr für die Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea ein. Außerdem unterstützen wir die Eröffnung eines fünften UN-Büros an der Grenze dort“, erklärte Organisator Pries.

Kayoung Kim (Foto oben, 4. v. r.) aus Südkorea, die ebenfalls unter den Friedensradlern war, zeigte sich sehr beeindruckt vom Engagement der Deutschen für ihr Land. Die 24-Jährige lebt seit einem Jahr in Deutschland und studiert ab September in Hamburg Kunst. Sie hat von der Radtour für den Frieden von ihrer Gastfamilie erfahren. „Ja, die Situation zwischen Nord- und Südkorea spitzt sich gerade wieder zu“, erzählte die junge Frau und klang besorgt.

Zur deutschen „Peace Road 2016“ waren Friedensfreunde aus der Umgebung, aus Hamburg, Niedersachsen, Berlin und sogar aus Frankfurt am Main angereist.

Siegfried Pries radelte die Tour gemeinsam mit seiner gesamten Familie, mit den drei Söhnen und seiner Frau Dagmar. „Ich bin eigentlich aus Tschechien und lebe seit 20 Jahren in Deutschland“, erklärte Dagmar Pries. „Deshalb berührt mich die Fahrt auf diesem Abschnitt hier heute ganz persönlich.“

Denn die Mauer an der innerdeutschen Grenze bildete bis 1989 gleichzeitig den kaum durchlässigen „eisernen Vorhang“ zwischen dem Ostblock, zu dem auch die Tschecheslowakei gehörte, und den NATO-Staaten.

„Ich wurde nicht gezwungen mitzufahren“, grinste Samuel Pries (18) auf Nachfrage. „Ich wollte unbedingt mit, eigentlich schon im letzten Jahr. Das ist eine tolle Abwechslung zu meiner Ausbildung als Elektrotechniker, die ich gerade mache.“

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