Puppenspielerin aus Herrenhof : Puppenspiel, eine Liebe fürs Leben

Die gebürtige Boizenburgerin Cornelia Unrauh hat im Jahre 2004 mit ihrer Leidenschaft zum Puppenspiel eine berufliche Neuorientierung gesucht und gefunden.
Die gebürtige Boizenburgerin Cornelia Unrauh hat im Jahre 2004 mit ihrer Leidenschaft zum Puppenspiel eine berufliche Neuorientierung gesucht und gefunden.

Cornelia Unrauh aus Herrenhof baut ihre Utensilien für die Bühne alle selbst. Für die Puppenspielerin geht es in erster Linie um Unterhaltung.

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08. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Vor allem der Spaß an der Improvisation sei es, der sie habe den Weg in das Puppenspiel einschlagen lassen, sagt Cornelia Unrauh und lacht laut auf: „Puppenspieler können von allem nichts, wird uns ja gerne nachgesagt.“ Was so ja nicht stimme, denn sie baue als ehemalige Raumausstatterin ihre Figuren und die Bühnenausstattungen alle eigenhändig. Schaumstoff, Holz und Stoff würden so zu einem belebten Wesen. „Das passiert auch, wenn die Puppe noch kaum gestaltet ist, also nur ein Paar Augenpunkte hat oder eine Nase angedeutet ist. Und diese Belebung entsteht durch Puppenspieler und Publikum gemeinsam im Moment des Bühnengeschehens. „Der Spieler animiert das Material, der Zuschauer imaginiert das lebendige Wesen. Das funktioniert auch bei Erwachsenen“, erklärt die 45-Jährige, als sie SVZ-Redakteur Thorsten Meier die beliebten Fragen zum Wochenende beantwortet. Bei Lebkuchen in der rustikalen Küche und mehreren Pötten Milchkaffee. Während draußen vor dem Fenster Singschwäne trompetend über die Elbwiesen ziehen.

„Puppenspiel ist eine Liebe fürs Leben“, betont die gebürtige Boizenburgerin, die 2004 mit dieser Leidenschaft eine berufliche Neuorientierung gesucht habe. „Ich hatte schon immer ein Faible fürs Theater. Eine Saison lang bin ich bei den beiden professionellen Puppenspielerinnen Dörte Kiehn aus Testorf und Gabriele Parnow-Kloth aus Lüneburg mitgereist, um deren Alltag zu erleben.“ Das habe sie nicht wirklich abgeschreckt, verrät sie. „Also habe ich selbst eine Ausbildung am Figurentheater Kolleg Bochum absolviert. Das waren drei Jahre lang mehrere Kurse. “

In ihrem Spiel gehe es ihr in erster Linie um Unterhaltung. „Ich würde für Geld meine Seele nicht verkaufen. Man muss schon hundertprozentig dahinter stehen, was man macht.“

Wie ist Ihr Lebensmotto?
Jeder Tag ist einmalig, nutze ihn. Denn er kehrt nicht zurück.

Welches ist Ihre Lieblingsfarbe?

Blau, so wie der Himmel.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Bei mir zu Hause in der Küche.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Telegramme ausfahren, auf dem Fahrrad in Boizenburg. Da war ich wohl 12 Jahre alt. Die Mutter einer Freundin arbeitete damals bei der Post.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Keine Ahnung mehr, vielleicht für Schallplatten.
Wo findet man Sie am ehesten?
In der Natur, wenn ich nicht gerade im Auto sitze. Ich fahre schon ein paar Tausend Kilometer im Jahr für die Aufführungen.

Was stört Sie an anderen?
Maßlosigkeit und Anspruchsdenken. Wir alle sollten dankbar sein für das was wir haben. Wir leben schon im Wohlstand und glauben immer, noch mehr haben zu müssen. Das ist für mich ein Mangel an Demut.
Welche Musik hören Sie am liebsten?
Folk und klassische Musik, Bachs Orgelwerke beispielsweise.

Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?
Ganz eindeutig ein Bauchmensch. So wie Engelbert das Schwein, eine meiner Puppen.
Wonach suchen Sie im Leben?
Nach dem Sinn des Lebens. Aber wenn man den gefunden hat, steht man wahrscheinlich schon kurz vor der Pforte. (lacht)

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Im Winter Käse und im Sommer Weißwein.
Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?
Ich bin wunschlos glücklich. Einige Wünsche frei zu haben, bedeutet doch nur Probleme.
Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?

Angenehme Leute, offene Gesprächspartner, Menschen, die nichts zu verbergen haben.
Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
Nee, kann ich nicht.
Wo ist für Sie Heimat?
Überall dort, wo ich Menschen kenne, die meine Sprache sprechen und ich verstanden werde.

Was bedeutet Ihnen die Liebe?

Alles. Dieses Gefühl trägt durchs Leben.
Wenn Sie kochen oder Essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Alles, was frisch ist. Es muss auf dem Teller aber noch zu identifizieren sein.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf einen weiten Horizont.

Worauf könnten Sie verzichten?

Auf diese Umsonst-Zeitungen im Briefkasten.
Welches ist für Sie das schönste Wort?

Kuddelmuddel oder auch Gedöns.

Was war Ihr bisher schönstes Geschenk?

Es ist der Stuhl, auf dem ich gerade sitze. Ein Sperrmüllmodell, von meiner jüngsten Tochter grün angemalt und mit kleinen Gänseblümchen verziert.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?

Mit einer guten Freundin und einem Zelt auf einem Moped S 50 nach Molmerswende in den Harz. Ich hatte gerade den Führerschein gemacht.

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