Biomasseheizkraftwerk in Vier : "Proteststurm ist mir unverständlich"

<strong>Mohamad Mohamad ist Geschäftsführer </strong>der Erneuerbare Energie Boizenburg GmbH: 'Wir wollen Frischholz und Grünschnitt aus dem Landschaftsbau aus den Regionen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg in umweltfreundliche Energie umwandeln.' <foto>Thorsten Meier</foto>
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Mohamad Mohamad ist Geschäftsführer der Erneuerbare Energie Boizenburg GmbH: "Wir wollen Frischholz und Grünschnitt aus dem Landschaftsbau aus den Regionen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg in umweltfreundliche Energie umwandeln." Thorsten Meier

Den Protest der Boizenburger gegen ein geplantes Biomasseheizkraftwerk in Vier kann Mohamad Mohamad nicht verstehen. Der 36-Jährige steht heute den Einwohnern im Boizenburger Rathaus Rede und Antwort.

svz.de von
16. Januar 2013, 07:15 Uhr

Vier | Den heftigen Gegenwind, der zurzeit über das geplante Biomasseheizkraftwerk, kurz BMHKW genannt, im rund 21 000 Quadratmeter großen Grundstück am Stadtpark hinwegfegt, kann Mohamad Mohamad nicht wirklich verstehen. "Der Proteststurm ist mir unverständlich. Das heutige Projekt hat mit dem vor acht Jahren angedachten, als belastetes Altholz und Müll verbrannt werden sollten, überhaupt nichts gemein. Ich denke, dass viele Boizenburger einfach nur schlecht darüber informiert sind, was wir hier eigentlich vorhaben", sagt der 36-Jährige als Geschäftsführer der Erneuerbare Energie Boizenburg GmbH. "Wir wollen Frischholz und Grünschnitt aus den Regionen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg in umweltfreundliche Energie umwandeln."

Rund 28 Millionen Euro sollen investiert werden

Das BMHKW werde der Erzeugung von Strom dienen, der auf der Basis des bundesdeutschen Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) in das öffentliche Stromnetz des örtlichen Energieversorgers eingespeist werden solle. Gegebenenfalls solle zu einem späteren Zeitpunkt mit Hilfe des Kraftwerkes auch eine Fernwärmeversorgung für die Stadt Boizenburg sowie die Dampfversorgung eines angrenzenden Grundstücks realisiert werden.

"Wir haben Vorgespräche mit den Forstämtern in der Region wegen Waldrestholz geführt und bisher auch schon einige positive Rückmeldungen von Boizenburgern für unser Vorhaben erhalten. Zumal rund 28 Millionen Euro investiert werden sollen. Es entstehen 12 neue Arbeitsplätze, weitere könnten später folgen", berichtet Mohamad weiter. Bauen und betreiben werde das Kraftwerk die Hamburg Energie, ein städtischer Energieversorger für Ökostrom und Biogas. "Wir stehen in enger Verhandlung", betont der junge Mann, der desweiteren auf die strengen Umwelt-, Lärm- und Emissionsauflagen verweist, die es einzuhalten gelte. Außerdem widerspricht er der Darstellung, dass bis zu 40 Laster täglich das Kraftwerk beliefern werden. "Wir gehen von etwa 15 Fahrzeugen pro Tag aus", erklärt der Geschäftsführer weiter, der heute Abend im Rathaus ab 19 Uhr den Einwohnern Rede und Antwort stehen will. Und er hofft, die ein oder andere bisherige Fehlinformation richtigstellen zu können.

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