Hagenow : Projektarbeit für den guten Zweck

Bernd Senger, pädagogischer Mitarbeiter, in der Projekt-Werkstatt Fotos: role
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Bernd Senger, pädagogischer Mitarbeiter, in der Projekt-Werkstatt Fotos: role

Die GAP in Hagenow betreut Langzeitarbeitslose in Maßnahmen / Dabei werden u.a. Spielzeuge hergestellt, die dann gespendet werden

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29. September 2017, 05:00 Uhr

Sie bieten den Teilnehmern auch praktische Arbeit, und dass empfinden die pädagogischen Mitarbeiter der Gesellschaft für Arbeitsförderung und Personalentwicklung Nord mbH (GAP) als eine ihrer Stärken. „Langzeitarbeitslose gehen sonst vielleicht auch mal in Maßnahmen, die sie nicht unbedingt mögen, bei uns haben wir aber auch einen praktischen Teil“ - der komme gut an, meint Tino Dethloff von der GAP. Und die Teilnehmer bekämen auch oftmals von Kindern oder Senioren eine positive Rückmeldung, was motiviere, ergänzt sein Kollege Bernd Senger.

In einer Kleingruppenmaßnahme hatte er zuletzt ein altes Angelboot für die Kita Matroschka in Hagenow zu einem Spielschiff umgebaut. „Das war bisher unser größtes Projekt“, so Senger. Neun Maßnahmeteilnehmer waren drei Monate lang damit beschäftigt, das alte Boot zu entkernen und wieder kindgerecht aufzubauen. Die Hagenower Wohnungsbaugesellschaft hatte dafür eine Halle zur Verfügung gestellt, in der die nötigen Arbeiten erledigt werden konnten; die Stadt kam für das Material auf. Ansonsten hätte sich die GAP das Projekt nicht leisten können.

Denn Geld nimmt das Dienstleistungsunternehmen durch solche Aufträge nicht ein. „Wir arbeiten nur für karitative Zwecke“, erzählt Tino Dethloff. „Wir sind ein Dienstleister und betreuen im Auftrag der Agentur für Arbeit und des Jobcenters unter anderem Langzeitarbeitslose.“ Auch Flüchtlinge würden mittlerweile bei ihnen in Projektgruppen betreut. „Unser Ziel ist die Integration in den ersten Arbeitsmarkt“, meint Bernd Seger. Teilweise müssten den Teilnehmern dabei wieder geregelte Tages- und Arbeitsabläufe näher gebracht werden.

Seit 2003 hat die GAP einen Sitz in Hagenow. In Kleingruppen werden dort die Maßnahmeteilnehmer betreut. Sie suchen sich selbstständig Projekte, planen diese und führen die nötigen Arbeiten aus. „Es sollte natürlich Sinn und Nutzen haben“, so Dethloff. „Es bringt ja nichts, wenn wir einen Bilderrahmen für eine Einrichtung bauen und der gar nicht gebraucht wird.“

Die pädagogischen Mitarbeiter helfen dann dabei die Arbeitsabläufe für das jeweilige Projekt zu steuern. „Wir stellen unter anderem Koordinations–Spielzeuge oder Dekorationen her, so beispielsweise auch für das Altenheim in Neu Krenzlin“, erzählt Senger. Für die Senioren habe man ein altersgerechtes „Mensch ärger dich nicht“-Spiel mit größeren, besser greifbaren Figuren gebaut. Und so hätten auch andere etwas von der Maßnahme. Als Dank gibt es, wie Anfang der Woche in der Kita Matroschka, leuchtende Kinderaugen und zufriedene Gesichter.

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