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Hagenower Kreisblatt

13. Dezember 2017 | 04:34 Uhr

Boizenburg : Probealarm beim Schulsport

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Dienstag Vormittag fand eine Feuerwehr-Übung in der Grundschule „An den Eichen“ statt / Ablauf war reibungslos

von
erstellt am 09.Sep.2014 | 16:36 Uhr

Hannah, Lucy und die anderen Mädchen und Jungen aus der 4a der Grundschule „An den Eichen“ haben gestern Morgen um 9 Uhr gerade Sportunterricht als plötzlich die Schulklingel ertönt. Es ist der Alarm für die Feuerwehr-Probeübung. „Wir hatten das Klingeln gar nicht so richtig gehört“, erzählt Hannah Heims, die mit ihren Klassenkameraden gerade draußen war. Doch im Gebäude wird sofort der Unterricht unterbrochen. Jeder Schüler zieht flink seine Jacke an, nimmt seinen Banknachbarn an die Hand und geordnet gehen sie nach draußen. „Die Jacken werden jedoch nur beim Probealarm angezogen“, sagt Schulleiterin Angela Hartmann.

In diesen Momenten trifft auch die Feuerwehr mit einem Hilfslöschleistungsfahrzeug (HLF) sowie einem Drehleiter-Fahrzeug ein. Die neun Kameraden verschaffen sich schnell einen Überblick über das Gebäude, erhalten von Schulleiterin Angela Hartmann die Information, dass sich alle Kinder außerhalb des Schulgebäudes befinden. Nur der Hausmeister Walter Grassl sei noch im Gebäude, und seine Ehefrau noch in der Betriebswohnung, einem Anbau. Drei Kameraden eilen zur Wohnung, öffnen die Tür und „befreien“ die Hausmeister-Ehefrau aus dem Gebäude. Schließlich wird auch ihr Ehemann über die Drehleiter vom Dachboden evakuiert. „Die Kinder haben sich bei unserem Einsatz außerhalb unseres Aktionsradius’ aufgehalten, von unserer Seite aus gab es keine Probleme“, sagt Reinhold Tiede, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Boizenburg. Dass die Grundschule keinen zweiten Fluchtweg hat, sei bei dieser Übung nicht problematisch gewesen. „In der Vergangenheit wurden Rauchschutztüren eingesetzt, wodurch die Evakuierung über die Fenster erfolgen könnte“, schildert Tiede einen möglichen Verlauf im Ernstfall. Dennoch hoffe er, dass solch ein Einsatz niemals Wirklichkeit werden wird. Auch Schulleiterin Angela Hartmann mag sich solch ein Szenario gar nicht ausmalen. Aus ihrer Sicht ist es nicht realistisch, alle Kinder aus der oberen Etage im Ernstfall zu evakuieren. „Wir haben im Obergeschoss fünf Klassenräume und zwei Fachräume, mitunter werden dort zeitgleich um die 130 Kinder unterrichtet“, schildert Angela Hartmann. In ihren Augen ist die Stadt bis zum 31. Dezember 2014 in der Pflicht, einen zweiten Rettungsweg zu schaffen. Hintergrund: Die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim hatte auf ihrer Brandverhütungsschau im März erhebliche Mängel im Gebäude festgestellt, wozu auch der fehlende zweite Fluchtweg zählt. Bis Ende Dezember sollten diese Mängel laut Fristsetzung behoben worden sein. Nicht nur die Erwachsenen wünschen sich, nie einen Brandfall mitzumachen, auch die Kinder möchten diesen Ernstfall nicht erleben. „In solch einer Situation ist man dann doch vielleicht in Panik“, sagt Hannah Heims. Dass ein Brand immer auch mit endlos langen Schreckensminuten verbunden ist, weiß Lucy Raddatz. „Ich habe mal vom Balkon gesehen, wie es ein Feuer in den Kleingärten gab“, sagt sie und fügt hinzu: „Wir dachten erst, es ist Opas Garten, weil der gegenüber einen Garten hat“. Doch es ging alles gut. Schließlich standen für sie sowie die anderen Schulkinder das HLF sowie die Drehleiter im Mittelpunkt. Dicht gedrängt stehen sie um die Fahrzeuge und wollen alle mal Probe sitzen. „Wann haben sie außer am Tag der offenen Tür schon mal die Chance dazu“, sagt Wehrführer Tiede.

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