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Protest gegen Naturschutzer : Preten kämpft gegen Ausdeichungen

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Heute Morgen werden die Protestschilder verteilt und auf den Grundstücken aufgestellt. Die Pretener wollen möglichst überregional Aufmerksamkeit erregen und hinweisen auf ein Problem, das ihnen Angst macht.

Preten | Heute Morgen ab neun Uhr werden die Protestschilder verteilt und auf den Grundstücken aufgestellt. Die Pretener wollen möglichst überregional Aufmerksamkeit erregen und hinweisen auf ein Problem, das ihnen Angst macht, das sie drückt: Sie protestieren gegen die von Naturschutzverbänden geforderten großen Ausdeichungen im Zuge der Planungen für den Bau der Rückstaudeiche an Sude und Krainke. Die Dorfbewohner wollen, dass die Schutzdeiche endlich so gebaut werden, wie der Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband es geplant hat. Doch der Vertreter des BUND drohte in einer öffentlichen Versammlung im August in Preten , gegen die Planfeststellung zu klagen, wenn sie so eingereicht würde, wie der Deichverband es vorgesehen hat. Der Deichbau stockt also. Dabei zeigten die jüngsten Hochwassersituationen, dass die Sicherheit durch die jetzigen, maroden Rückstaudeiche nicht gegeben ist.

Naturschutz gegen den erklärten Bürgerwillen

Eingebracht hatte die Idee der großen Ausdeichung, die dann die Flächen Karchau, Rade, Ressen und Bullholt der zeitweiligen Vernässung durch Sude und Krainke aussetzen würde, die Biosphärenreservatsverwaltung schon zwei Jahre vorher. Aber nicht nur BUND, NABU und Biosphäre wollen unbedingt diese große Ausdeichung, die Stork Foundation (Stiftung Störche für unsere Kinder) spricht sich ebenso dafür aus wie auch der Landkreis.

Was fehlt für diese Pläne, das sind die Grundstücke. Doch keiner der vier betroffenen Grundstückseigentümer aus Preten will für diese Pläne seine Flächen hergeben. Denn die Grundstücksbesitzer wissen wie alle anderen Pretener Dorfbewohner auch, dass durch die Großausdeichungen Polderflächen verloren gehen, Flächen, die das Eigenwasser der Sude aufnehmen, wenn in Boizenburg bei Hochwasser in der Elbe die Schotten dicht gemacht werden. Schlicht ausgedrückt, die Pretener haben Angst, abzusaufen, fürchten um ihr Hab und Gut. "Das war schon ziemlich unheimlich, als im Februar das Wasser immer näher an das Dorf kroch, auf der anderen Straßenseite stand es schon am Schuppen", erinnert sich Sigbert Helle. Zusammen mit Olaf Nettelbeck und Niels Kreibel bildet er die Sprechergruppe des Arbeitskreises Kultur und Natur Preten. Der Arbeitskreis hat sich am 1. Dezember gegründet und will mit verschiedenen Aktionen auf das Problem in Preten aufmerksam machen. "Es fehlte eine Struktur, und mit diesem Arbeitskreis haben wir nun eine, um auch die Medien mit einzubeziehen", erläutert Sigbert Helle.

Zusammen mit anderen hat er in einer kalten Scheune fleißig Schilder gemalt, die nun heute verteilt werden. Die Pretener fühlen sich durch die Naturschutzverbände, die Behörden und durch die Stork Foundation erpresst. "Wollt ihr nicht so wie wir wollen, dann wird der Deichneubau verzögert", das ist es, was bei ihnen ankommt. Und dagegen setzen sie sich nun öffentlichkeitswirksam zur Wehr.

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erstellt am 09.Dez.2011 | 10:08 Uhr

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