Hagenow : „Präsent 25“ ist immer noch beliebt

Die Arbeitseinsätze waren immer gut besucht.
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Die Arbeitseinsätze waren immer gut besucht.

Hagenower Kleingartenverein begeht am Sonnabend 40-jähriges Jubiläum / Junge Familien pachten Parzellen und richten sie schön her

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17. Juli 2014, 17:20 Uhr

Wenn Dieter Böttcher an die Anfänge der Kleingartenanlage sowie -vereins „Präsent 25“ zurück denkt, sieht er noch deutlich das Wiesenland vor sich. „Hier wuchs Quecke, die wuchert enorm. Das war fürchterlich“, sagt der Hagenower. Der 68-Jährige ist Vorsitzender des Vereins und feilt derzeit an seiner Rede, die er am Sonnabend anlässlich des 40-jährigen Bestehens halten will. „Wir wollen das Jubiläum mit unseren Mitgliedern ab 15 Uhr am Vereinshaus feiern“, sagt Dieter Böttcher. Nach seinen eröffnenden Worten gibt es Kaffee und Kuchen sowie lustige Spiele. Später folgt das gemeinsame Abendbrot mit Schwein vom Spieß. Ein DJ wird Tanzmusik spielen.

Doch bei den ganzen Vorbereitungen gehen seine Gedanken immer wieder zurück in die Zeit um 1974. „Hinter der Siedlung ,Friedrichshof’ gab es kleine Ackerflächen des VEG Pritzier, die dieser an die Stadt abgab und diese wiederum an den Kleingartenverband weiter vermittelte“, erzählt Dieter Böttcher. Nachdem bereits im Oktober 1973 eine Veranstaltung mit zwölf Interessenten stattgefunden hatte, wurde am 1.1.1974 die Gründung vollzogen. Böttcher war von Anfang an dabei. Nach der ersten Mitgliederversammlung im Februar 1974 ging es endlich los: Bäume und Sträucher wurden gerodet und Quecke beseitigt, die ersten 25 Gärten vermessen und Zäune gezogen. Schließlich begannen die Pächter mit der Gestaltung ihrer Gärten, pflanzten Obstbäume und legten Blumenstauden an. Auch Dieter Böttcher hatte eine Scholle ergattert und begann, das Stück Land gemeinsam mit seiner Frau zu gestalten. Wie damals üblich, haben sie ihre „Scholle“ beim Auslosen erhalten – ein Eckgarten von 375 Quadratmeter Größe. „Um das Gärtnern hat sich mein Mann noch gekümmert, nachdem er von der Arbeit in Schwerin zurück kam“, erinnert sich seine Ehefrau Waltraud an die Ende der 70er Jahre.

Nach und nach errichten sie wie auch alle anderen Vereinsmitglieder gleich ihre Gartenlaube vom Typ Sonnenschein, mittelgroß. Für die junge Familie war das ziemlich praktisch. „Ich habe mit meinen Kindern hier sogar übernachtet“, sagt Waltraud Böttcher. Für das Ehepaar eine gute Lösung: Während sie sich um die Gemüsebeete, Obstbäume und Blumenstauden kümmern konnten, spielten die Steppkes in der Gartenanlage. „Der Zusammenhalt in der Sparte war hervorragend, es war etwas selbstverständliches“, erinnert sich Böttcher. Es habe jeder dem anderen geholfen – beispielsweise der eine die Steine geholt und der andere den Zement besorgt. Auch die Vereinsfeste seien immer wieder schöne Höhepunkte gewesen. Nach der Wende mussten die Gartenfreunde so manche Veränderung meistern: Die Stadt gab das Pachtland an den Alteigentümer zurück. Der 1990 neu gegründete Kreisverband der Gartenfreunde Hagenow verhandelte schließlich mit dem Alteigentümer – mit Erfolg. Auch andere formale Hürden, wie den Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht und eine neue Satzung wurden gemeistert. Nur eine Sache bereitet dem Vereinsvorsitzenden Kopfschmerzen: Der Pächterwechsel. „Allein bis heute hat es 204 Pächterwechsel gegeben“, schaut Dieter Böttcher in die Unterlagen. Dennoch weist die Kleingartenanlage keinen Leerstand auf, beträgt der Altersdurchschnitt 53,7 Jahre. „Unter den neuen Pächtern sind auch junge Leute, die wiederum Kinder ,mitbringen’“, sagt Dieter Böttcher. Und zudem halten sie ihren Garten noch in einem Top-Zustand. 104 Mitglieder hat der Verein insgesamt.

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