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Hagenower Kreisblatt

18. Oktober 2017 | 18:36 Uhr

Hagenow : Polizeiarbeit ist kein Fernsehkrimi

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Wittenburgerin Lena Meier soll im Hagenower Polizeirevier in Zukunft auch Führungsrollen einnehmen können

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Da staunten die Herren der Schöpfung auf dem Polizeirevier in Hagenow diese Woche nicht schlecht, wer sie da zum einwöchigen Führungspraktikum besuchte. Gestatten: Lena Meier, 21 Jahre alt, Kommissaranwärterin!

An den Anblick und die Anwesenheit der sportlichen Wittenburgerin dürfen sich die Beamten dann auch schon gewöhnen – denn Lena Meier kommt wieder. Im Oktober wird sie ihre Ausbildung im gehobenen Dienst beendet haben und mit einigen Ambitionen in der Hagenower Dienststelle zurück sein. „Ja, ich bin dafür vorgesehen, irgendwann auch Dienstgruppenleiter zu werden“, sagt die sympathische Polizistin. „Aber wir machen uns noch keinen Druck. Erst einmal bin ich Kommissarin, wenn ich wieder hier bin. Meine schriftliche Bachelor-Arbeit habe ich erfolgreich hinter mich und jetzt folgt noch eine mündliche Prüfung, dann habe ich es geschafft.“

Im Polizeirevier freut man sich auf Lena Meier, die auch schon in dieser Woche gezeigt hat, dass Potenzial in ihr steckt. „Sie ist freundlich, kollegial, ehrgeizig, belastbar und zielstrebig – eine gute Mischung“, sagt Revierleiter Uwe Mathews. Allerdings sei das auch Grundvoraussetzung für den Beruf als Polizist. „Wer denkt, dass das hier nur ein Job ist, hat keine Chance. Man muss mit dem Herzen Polizist sein“, so der Hagenower Polizeichef. Die 21-Jährige erfüllt nach eigenem Bekunden auch diesen Anspruch. „Ich habe niemanden in der Familie, der mich dazu gedrängt hat Polizistin zu werden. Ich selbst wollte das schon von klein auf an. Eine Arbeit nur im Büro kann ich mir nicht vorstellen. Ich will auch körperlich gefordert werden“, sagt die sportbegeisterte Wittenburgerin. Bei einer Verfolgungsjagd beispielsweise müsse sie ja auch fit sein. Und das ist sie. In der Polizeischule gab es bereits mehrfach Wettbewerbe, bei denen sie auf dem obersten Treppchen stand. „Ich habe gelernt mich durchzusetzen“, sagt die zierliche Athletin.

Und das müsse sie auch. In einer Männer-Domäne müsse man seinen Platz finden. „Aber bisher haben mich alle Kollegen super aufgenommen. Ich freue mich schon auf die Zeit in Hagenow“, sagt Lena Meier, die bis zum Ausbildungsende noch bei ihren Eltern wohnen wird. Danach werde es Zeit für eine eigene Wohnung. Von inszenierten Filmen im kriminellen Millieu hält die Kommissaranwärterin übrigens nicht so viel. „Polizeiarbeit ist kein Fernsehkrimi. Wir leben und arbeiten in der Realität. So ein echter Tatort hat mit dem im TV oft nicht viel zu tun“, sagt Lena Meier, die künftig öfter in Hagenow zu sehen sein wird.

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