Wöbbelin : Polizei zog Raser aus dem Verkehr

Beamte des Autobahnpolizeireviers Stolpe kontrollierten gestern auf dem Parkplatz Stolpe-Süd die im Baustellenbereich der A24 Wöbbelin in Richtung Berlin zu schnell unterwegs waren.  Fotos: Michael Seifert
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Beamte des Autobahnpolizeireviers Stolpe kontrollierten auf dem Parkplatz Stolpe-Süd die im Baustellenbereich der A24 Wöbbelin in Richtung Berlin zu schnell unterwegs waren. Fotos: Michael Seifert

Beamte des Autobahnpolizeireviers Stolpe kontrollierten rund fünf Stunden auf der A24 im Baustellenbereich Wöbbelin

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22. August 2016, 21:00 Uhr

Montag Vormittag, an der Autobahnanschlussstelle Wöbbelin. Ein dunkelblauer Passat steht hier, das Messgerät ist an der Mittelleitplanke aufgebaut. Im Visier die Temposünder, die auf der A24 in Richtung Berlin unterwegs sind. Hier im Baustellenbereich ist 60 km/h zulässige Höchstgeschwindigkeit.

Aber viele Fahrzeugführer stört das nicht, sie rasen hier durch, gefährden nicht nur die Bauleute, sondern sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Deshalb lässt der Kontrolldruck an dieser Stelle nicht nach, neben Ordnungsamt ist hier auch permanent die Polizei präsent. „Ein weißer Ford Fiesta ist 21 km/h zu schnell gefahren“, gibt der Beamte per Sprechfunk an die Messstelle des Autobahnpolizeireviers auf dem Rastplatz Stolpe-Süd durch. Polizeihauptmeisterin Peggy Diers notiert die Daten des Fahrzeugs mit polnischen Kennzeichen. Wenige Minuten später rollt der weiße Fiesta in Begleitung zweier Polizeifahrzeuge auf den Parkplatz in Stolpe. Zwei Polizeibeamte nähern sich dem Fahrzeug, die beiden Insassen diskutieren mit den Beamten. Nach Abzug der Toleranz bleibt eine Geschwindigkeitsübertretung von 18 km/h. Wenig später haben sie ihr Verwarngeld in Höhe von 30 Euro einrichtet und dürfen ihre Fahrt fortsetzen. „Mit einem Tablet sind wir mit dem Messwagen an der Anschlussstelle in Wöbbelin verbunden. Fotos von den Fahrzeugführern werden aus verschiedenen Perspektiven erstellt, Höchstgeschwindigkeit und Uhrzeit werden genau festgehalten, man kann auch feststellen, ob es sich um einen Fahrer oder eine Fahrerin handelt“, sagt Ines Schwarz im Beisein ihres Kollegen Polizeimeister Andreas Suderow. Die junge Polizeikommissarin vom Autobahnpolizeirevier Stolpe leitet den Einsatz. Dieses Mal hatte die Polizei besonders die aus dem Ausland kommenden Fahrer im Blick. Und das betrifft EU-Bürger wie Bürger, die nicht in der Europäischen Union zu Hause sind, gleichermaßen, die durch diese Verfahrensweise für ihre Geschwindigkeitsübertretung belangt werden. Sind sie zu schnell, werden sie dann später auf dem Rastplatz Stolpe kontrolliert. „Mit dieser Maßnahme kürzen wir lange Verfahrenswege ab und konfrontieren die Fahrzeugführer unmittelbar nach dem Tempoverstoß mit dieser Ordnungswidrigkeit“, so Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust.

„Zudem hat der Fahrer die Möglichkeit, darüber nachzudenken, somit wird auch ein erzieherischer Effekt erzielt.“ Zwei Polizeitransporter stehen auf der A24 in Richtung Berlin an der Ausfahrt Neustadt-Glewe und auf dem Parkplatz Brenz, ein Polizeiwagen setzt sich dann vor das in Wöbbelin gemessene Fahrzeug und begleitet es dann auf den Parkplatz Stolpe-Süd. Die ertappten Temposünder werden sich sicher ihre Gedanken machen, warum die Polizei sie zur Kontrollstelle eskortiert. So wird es auch dem polnischen Audi-Fahrer ergangen sein, der die Messstelle in Wöbbelin zu schnell passierte. „Ein schwarzer Audi ist 26 km/h zu schnell“, ist es aus der Sprechfunkanlage im Polizeiwagen aus dem Stolper Parkplatz zu hören. „Die Fahrer haben die Möglichkeit, sich bei uns im Wagen die Fotos auf dem Tablet anzusehen“, so Polizeikommissarin Ines Schwarz. Im Falle des Audi-Fahrers stehen 80 Euro an Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrsregisterkartei zu Buche.

Gemessen wurden in der Zeit von 7 bis 12 Uhr insgesamt 2858 Fahrzeuge. „Dabei wurden 343 Verstöße festgestellt“, so Klaus Wiechmann, der Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, zur Bilanz dieser Kontrollaktion. „Der Schnellste wurde mit 147 km/h gemessen, er wird auf jeden Fall mit einem Fahrverbot rechnen können. Zwei weitere Fahrer kamen auf über 100 km/h, also überschritten die Höchstgeschwindigkeit um 40 km/h. Auch diesen Fahrzeugführern droht ein Fahrverbot.“ An der Stolper Kontrollstelle, so Klaus Wiechmann, wurden die sieben erkennbaren ausländischen Fahrzeugführer herausgezogen. „Unter diesen war auch ein Fahrer aus Italien. Mit seinem Wohnmobil war er im Baustellenbereich Wöbbelin mit 86 km/h viel zu schnell unterwegs.“ Die zu schnellen deutschen Autofahrer werden demnächst Post erhalten.

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