Lübtheen : Polizei vergrault Supermarktkunden

Samuel Seidel vor der Einfahrt zu seinem Markt. Im Hintergrund ist der Kontrollplatz der Polizei zu sehen, die gerade abgefahren ist.
Samuel Seidel vor der Einfahrt zu seinem Markt. Im Hintergrund ist der Kontrollplatz der Polizei zu sehen, die gerade abgefahren ist.

Unternehmer-unfreundlich: Nahkauf-Marktleiter beklagt sich über Verkehrs-Überprüfungen am Lübtheener Lindenplatz

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03. November 2017, 05:00 Uhr

Wo ist eigentlich das Warndreieck? Hat das Auto noch TÜV? Sind die Reifen okay? Tausend Gedanken schießen Autofahrern durch den Kopf, wenn sie die Kelle der Polizei sehen, die zur Verkehrskontrolle bittet. Ganz abgesehen von Alkohol oder Drogen am Steuer bzw. dem Fahren ohne Führerschein oder Versicherung. Eine Überprüfung durch die Beamten macht in der Regel Magengrummeln und treibt den Puls nach oben. So ist es nur nachvollziehbar, dass man solche Überprüfungen gern vermeidet, wenn es denn geht.

Um diesen Fall dreht es sich nun mitten in Lübtheen. Am dortigen Lindenplatz hat die Polizei in den vergangenen Tagen wieder mehrfach mit der „Kelle gewunken“. Aber nicht nur zum Unbehagen der Verkehrsteilnehmer. Nein, hier regt sich anderer Widerstand. Samuel Seidel, der Geschäftsführer des Nahkauf-Marktes hat ein größeres Problem mit den Beamten. „Die Kontrollen direkt vor der Ausfahrt meines Marktes sind geschäftsschädigend. Wenn die Leute sehen, dass bei uns gegenüber wieder kontrolliert wird, kommen sie nicht zum Einkauf. Wer will schon direkt in die Falle tappen“, sagt der bekannte Lübtheener Geschäftsmann.

Verärgert ist er vor allem auch deshalb, weil es mit der Polizei aus seiner Sicht eine Absprache gab, die Kontrollen vor dem Markt einzudämmen. Das beurteilt Uwe Mathews, der Leiter des Polizeireviers in Hagenow, zuständig auch für Lübtheen, anders. „Wir hatten ein Gespräch - keine Absprache. Und ja, wir haben eingeräumt die Kontrollen auf das Mindeste zu reduzieren. Einstellen können wir die Überprüfungen an dieser wichtigen Stelle nicht. Und fremdbestimmt funktioniert das schon gar nicht“, so der Hagenower Revierleiter.

Zwischen den Stühlen steht quasi Lübtheens Ordnungsamtsleiter Bernd Skobel. „Wir als Stadt sind nur in der Vermittlerrolle. Natürlich können wir nachvollziehen, dass Herr Seidel seine Kunden braucht. Aber wir können der Polizei auch nicht ihre Arbeit vorschreiben.“

Samuel Seidel hat gestern vor seinem Markt alles andere als gute Laune, denn schon wieder sieht er die Beamten bei ihren Kontrollen. „Auch tags zuvor waren sie ja schon hier. Ist das denn das abgesprochene Minimum“, fragt er mit einer gewissen Portion Galgenhumor.

Für Mathews steht die Allgemeinheit und die Sicherheit im Vordergrund. „Wir brauchen Plätze, an denen wir Präsenz zeigen. Der Lindenplatz gehört dazu. Und wer nichts zu verbergen hat, muss ja auch von einer Polizeikontrolle nichts zu befürchten haben.“

Im übrigen sei die Personalsituation unter den Beamten ohnehin so angespannt, dass gar nicht so häufig Überprüfungen des Straßenverkehrs in Lübtheen anberaumt werden könnten. Marktleiter Samuel Seidel wird es freuen.

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