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Große Kontrolle beim 1. Tuning-Treffen in Wittenburg : Polizei spürt "tickende Zeitbombe" auf

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Tiefer, schneller, gefährlicher? Die Polizei sucht am Wochenende nach „tickenden Zeitbomben“. 86 Autos aus ganz MV ziehen die Beamten am Sonnabend vor dem Alpincenter in Wittenburg raus. Mit teils skurrilen Entdeckungen.

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erstellt am 30.Jun.2013 | 07:07 Uhr

Wittenburg | Tiefer, schneller, gefährlicher? Die Hagenower Polizei sucht am Wochenende nach "tickenden Zeitbomben". Denn: Eine Bodenwelle und schon könne ein zu tief angebauter Frontspoiler durch die Luft schleudern und andere gefährden, sagt Revierleiter Uwe Mathews. 86 Autos aus ganz Mecklenburg-Vorpommern ziehen die Beamten am Sonnabend vor dem Alpincenter in Wittenburg raus. Mit teils skurrilen Entdeckungen.

Solche Kontrollen seien wichtig, sagen selbst Veranstalter des Tuning-Treffens und Fans der Szene. 1500 Teilnehmer mit 550 Autos zieht es in die Stadt an der Autobahn. Wer es zu extrem betreibt, "ist selber schuld", wenn er erwischt wird, sagt Christian Ballnus von "Car and Bike Crew MV" und Mitveranstalter des 1. Tuning-Treffens seit langem in der Region. Einmal im Jahr wollen sie künftig dorthin einladen. "Wenn nichts passiert", sagt Sebastian Huijbregts, Trainee-Geschäftsleiter des Alpincenters. Die Veranstalter haben deshalb vorab mehrere Sicherheitsgespräche mit der Polizei geführt.

Am Kreisverkehr an der Püttelkower Chaussee winken die Beamten den ersten sportlichen Wagen raus. "Irgendwelche Teile, die ABE-pflichtig sind?", fragt Uwe Mathews die junge Fahrerin des VW. Alles, was nicht der Norm entspricht, muss abgenommen und in die Allgemeine Betriebserlaubnis eingetragen werden. "Die Federn", vermutet Mathews. Doch hier scheint alles in Ordnung. Hinter ihr Christian Drückhamer aus Rostock. Der 24-Jährige ist entspannt. Er kennt das Prozedere, findet es aber auch wichtig. "Manche sind so extrem umgebaut. Da muss geguckt werden", sagt der junge Mann. Er selbst hat das Fahrwerk tiefer gelegt, die Felgen verändert. Sonst "nur Kleinigkeiten", die nicht eingetragen werden müssten. Warum das Ganze? Für die Optik und das Fahrverhalten, antwortet er. Das sei nicht mehr so schwammig. Und ja, das "kostet Geld. Ist manchmal schon bitter. Aber was muss, das muss", sagt er, steigt ein und fährt weiter in Richtung Alpincenter.

Auf dem Treffen tauscht man sich aus und prämiert die schönsten Autos. Bewertet werden laut Christian Ballnus aber nur eingetragene Dinge. Denn: "Einfach einbauen kann jeder".

Wenn die Stoßstange schon anfängt zu flattern, das sollte nicht sein, sagt Carsten Kühn aus Hagenow. "Es muss ja auch sauber sein und vernünftig abgenommen." Bis zu 700 Euro sind für die Eintragungen am Auto von Kumpel Enrico Wolter draufgegangen. Man lerne aus Polizeikontrollen, sagt er. Manchmal dauere es allerdings, bis der Wagen so weit ist, um alles anzumelden, pflichtet ihm Carsten Kühn bei. Dann baue man hier nochmal um und dort... Erst wenn alles fertig ist, geht es meistens zum Eintragen.

Die Polizei will niemanden kriminalisieren, so Revierleiter Uwe Mathews angesichts der Stichpunkt-Kontrollen. "Aber es gibt immer wieder welche, die sich nicht an die Spielregeln halten." Und dann geht den Beamten doch noch eine tickende Zeitbombe ins Netz. Der Fahrer hat mit Baumarkt-Silikon Teile an seinen Wagen geklebt. Der Frontspoiler ist nicht zugelassen, die Stoßfänger sind zu voluminös... Er muss jetzt ein Bußgeld bezahlen und sein Auto zurück bauen.

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