Polizei schnappt frechsten Tankbetrüger der Region: 24 Mal fuhr er einfach weg

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14. Juni 2012, 06:42 Uhr

Hagenow | Am Ende war der 28-Jährige mit seinem mehr als zehn Jahre alten 5-er BMW wohl einfach zu frech: Vorgestern tauchte nach umfangreichen Ermittlungen die Hagenower Kripo bei ihm auf. Im Kofferraum seines Autos fanden die Beamten die gestohlenen Kennzeichen, die er bei seinen Benzin-Diebestouren abwechselnd einsetzte. Dem Tatvorwurf, in 24 Fällen Benzin an wechselnden Tankstellen gestohlen zu haben, widersprach er bei der ersten Befragung nicht. Nach den Ermittlungen der Polizei begann er seine ersten Touren bereits im November vergangenen Jahres als er in Wittenburg zum ersten Mal "umsonst" tankte. Zuvor hatte er von einem Auto in Boizenburg die Kennzeichen gestohlen. In der Folgezeit tauchte er mit seinem alten BMW erst sporadisch an den Tankstellen der Region auf, dann regelmäßiger. Spätestens ab März erschien er einmal in der Woche bei Tankstellen in ganz Westmecklenburg, um sich zu bedienen. Die Kriminalpolizei vermutet, dass der Verdächtige seinen Kraftstoffbedarf seit März dieses Jahres ausschließlich durch Tankbetrügereien bestritt. So soll er wöchentlich für 80 bis 100 Euro an Tankstellen der Region getankt haben und dann ohne zu bezahlen mit seinem Auto geflüchtet sein. Die Polizei geht derzeit von einem angerichteten Gesamtschaden von rund 3000 Euro aus. Betroffen von den Betrügereien waren Tankstellen in Wittenburg, Hagenow, Schwerin und Gadebusch.

Zusätzlich hatte der Täter sich von einem Auto im Hagenower Kietz weitere Kennzeichen besorgt, die er bei den Taten dann einsetzte.

Nach umfangreichen Recherchen und durch Videoaufnahmen der betroffenen Tankstellen war der 28-Jährige schließlich ins Visier der Ermittler geraten. Dabei führten auch Ermittlungen rund um das Auto des Verdächtigen zum Erfolg. Nachdem die Kriminalpolizei anhand von Videos die Marke des PKW sowie Typ, Baujahr und markante Merkmale feststellen konnte, kam man dem 28-Jährigen mehr und mehr auf die Spur.

Gegen ihn wird nun wegen Betruges, Diebstahls und Kennzeichenmissbrauchs ermittelt. Als Beweismittel dienen der Kriminalpolizei unter anderem die Videoaufnahmen der Tankstellen. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Verdächtige noch weitere Straftaten begangen haben könnte. Die Ermittlungen dauern an. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich hierbei um einen der größten und dreistesten Fälle von Tankbetrug in der Region.

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