Herbstwarnung : Polizei: „Licht an, bevor es zu spät ist...“

Auch wenn die Strecke eigentlich auf 70 Stundenkilometer begrenzt isti Sichtweiten unter 50 Metern gilt es, höchstens 50 km/h zu fahren.
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Auch wenn die Strecke eigentlich auf 70 Stundenkilometer begrenzt isti Sichtweiten unter 50 Metern gilt es, höchstens 50 km/h zu fahren.

Polizeibeamte warnen vor Nebel und schlechter Sicht im Straßenverkehr / Angefahrene Wölfe dürfen nicht erschossen werden

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24. September 2017, 16:43 Uhr

Der Zündschlüssel steckt im Auto oder es wird sogar „schlüssellos“ gestartet, mittlerweile. Die Technik nimmt dem Fahrer moderner Wagen vieles ab. Auch das Licht schaltet sich automatisch ein, eine Bedienung scheint nicht nötig. Doch das ist nur scheinbar so, weiß Hagenows Polizeirevierleiter Uwe Mathews. Denn wenn es neblig wird im Herbst, können auch Fahrer vermeintlicher Nobelkarossen im Blindflug unterwegs sein. „Die automatische Beleuchtungsanlage ist kein Allheilmittel. Wenn nämlich die Lux-Zahl ausreichend ist, bleibt das Licht häufig ausgeschaltet. Ein fataler Fehler bei Nebel. Denn es gilt noch immer der Grundsatz: Sehen und gesehen werden“, sagt Mathews. Sein Stellvertreter Gordon Tiesler kann im Polizeigespräch mit der Hagenower Lokalredaktion der SVZ noch präziser werden. „Bei Sichtweiten unter 50 Meter sind die Nebelschlussleuchten einzuschalten, und es darf auch nur noch höchstens mit 50 Stundenkilometern gefahren werden. Wer Nebelscheinwerfer hat, darf diese auch schon bei schlechter Sicht einschalten - da sind etwa 80 Meter das Richtmaß.“ Das Einschalten der Beleuchtung gelte im übrigen nicht nur für motorisierte Straßenverkehrsteilnehmer. Immer häufiger gäbe es jüngst Unfälle mit Radfahrern. Nicht nur die Häufigkeit der Handynutzung auf dem Rad habe zugenommen (25 Euro Strafe), auch das Befahren der Fußwege sei kein Kavaliersdelikt. „Und wer hier zusätzlich Fußgänger gefährdet, weil er nicht zu sehen ist, muss auch auf dem Drahtesel mit empfindlichen Strafen rechen. Gleiches gilt für das Nutzen von Kopfhörern. Verkehrsteilnehmer müssen auch die Geräuschkulisse ihres Umfeldes wahrnehmen können. Mit den großen Töpfen auf den Ohren wird das nichts“, sagt Mathews.

Ein großes Risiko sehen die Beamten auf den Straßen der Region jetzt durch die Maisernte. „Weil jetzt die Deckung fehlt, irren viele Tiere umher und landen leider häufig auf der Straße und vor den Autos. Besonders auf den Strecken neben Maisschlägen ist jetzt besondere Vorsicht geboten“, sagt Gordon Thiesler. Schweine und Rehe sind es in den meisten Fällen, die nach einer Kollision auf den Straßen verenden.

Der jüngste Fall eines überfahrenen Wolfes auf der Autobahn bei Parchim macht aber auch den hiesigen Beamten Sorge. Gerade in der Lübtheener Heide sehen sie hier für die nächsten Jahre Gefahren. Denn ein angefahrener Wolf könnte eine größere Bedrohung darstellen. Gesetzlich jedoch ist geregelt, dass auch in diesem Fall nicht geschossen werden dürfe. Einen verletzten Wolf einzufangen, stelle jedoch mit Sicherheit keine leichte Aufgabe dar, da das Tier in einer Extremsituation stecke und aggressiv reagieren könnte.

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