Hagenow : Polizei als preiswerter Streitschlichter

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Ruhestörender Lärm, ausflippender Jugendliche, randalierende Gäste im Reisebus - immer wieder muss die Polizei als Ordnungshüter ran. Im Hagenower Bereich sind sie zu so etwas wie wandelnde Friedensrichter geworden.

svz.de von
23. Juli 2012, 11:14 Uhr

Hagenow | Die Polizei rückt meist zu Unfällen aus und sucht Straftäter? Stimmt, aber längst nicht immer. Zumindest im Hagenower Bereich sind die Beamten inzwischen zu so etwas wie wandelnde Friedensrichter geworden. Denn die Polizisten werden zu allen möglichen Streitigkeiten gerufen. Die Beispiele: So rückte die Beamten nach einem entsprechenden Hilferuf am 19. Juli um 20.50 Uhr in die Möllner Straße in Hagenow aus, weil sich eine Frau über unzulässigen Lärm beschwert hatte. Verursacher war eine Familie mit mehreren Kindern, die durch lautes Geschrei und Türknallen aufgefallen war. Die Polizisten führten ein mahnendes Gespräch. Noch bezeichnender ist ein Vorfall vom gleichen Tag, allerdings um 3.19 Uhr. Eine Mutter aus Hagenow rief die Polizei, weil sie ihren 17-jährigen Sohn nicht mehr bändigen konnte. Der Jugendliche hatte im alkoholisierten Zustand (Atemwert 1,5 Promille) Türen und Scheiben in der Wohnung zerdeppert. Die Polizei musste ihn in Gewahrsam nehmen, ob er dafür eine Rechnung bekommt, steht noch nicht fest. Der Polizei ist der Junge kein Unbekannter mehr, er haben schon etliche Vorfälle auf seinem Kerbholz. Zusätzlich wurden in dem Fall der sozialpsychologische Dienst und auch die Amtsärztin eingeschaltet.

Die Polizei als Drogentester, auch das gibt es. In der vergangenen Woche erschien nämlich ein Mann im Revier, der in seiner Familie bei einem 13-Jährigen ein verdächtiges Tütchen gefunden hatte. Die Polizei half, der Schnelltest sprach auf Cannabis an. Es gab eine Strafanzeige, ob der Junge angehört wird entscheidet die Staatsanwaltschaft, die Familie lebt im Umfeld von Hagenow.

Trösten müssen die Polizisten auch, obwohl sie auch bei Betrugsgeschichten immer wieder warnen. Die passieren auch im Internet, das musste jetzt ein 56-Jähriger erfahren. Er bekam eine e-mail, sollte angeblich eine Rechnung bezahlen und öffnete den Anhang. Ein großer Fehler, wie sich herausstellte. Plötzlich war sein Rechner, gesperrt, unbrauchbar. Satte 100 Euro sollte er dafür zahlen, dass die Sperre wieder aufgehoben wird. Der Mann entschied sich für eine Anzeige bei der Polizei. Die warnt, keine verdächtigen e-mails öffnen.

Zum Schluss ein Vorfall aus der Abteilung: "Was sonst noch passierte". Am 19. Juli rief um 1.35 Uhr ein überforderter Busfahrer die Polizei zu Hilfe, weil ein angetrunkener 24-jähriger Inder angefangen hatte zu randalieren. Der Bus war aus Berlin gekommen und wollte in Richtung Oslo. Vor der deutschen Polizei hatte der Inder dann doch Respekt, die Beamten konnten den Inder zur Räson bringen, der Bus fuhr weiter.

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