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Am Rande des Zumutbaren : Polizei agiert am Rande ihrer Leistungsfähigkeit

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Klare Worte aus Boizenburg im Gespräch mit Minister Till Backhaus und Bürgermeister Harald Jäschke

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2015 | 17:58 Uhr

Sonderschichten zu den Demonstrationen, etliche Einsätze rund um das Thema Flüchtlinge und nicht zuletzt der ganz normale Alltag lassen die Polizei der Region seit Monaten am Rande ihrer Leistungsfähigkeit agieren. Das war Thema im Boizenburger Polizeirevier kurz vor dem Weihnachtsfest. Anlaß waren der Besuch von Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus, Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke und von Vertretern des Amtes Boizenburg-Land.

Revierleiter Fredo Kreft verwies auf Nachfrage des Ministers auf die angespannte Lage, die sich nicht zuletzt aus der Verantwortung für die zentrale Aufnahmestelle des Landes in Horst ergäbe. Noch immer sei die Polizei durch einen Paragraphen aus dem Asylgesetz gezwungen, jeder vermuteten illegalen Einreise nachzugehen. Seit August habe das für Boizenburg mehr als 4000 Anzeigen ausgemacht. Dazu kämen andere Einsätze in Horst, weil dort Vollzugsbeamte fehlen. Zwar gäbe es dort inzwischen eine extra Wache, doch diese acht Leute würden ja anderswo bei der Polizei fehlen. An schnelle, wirksame Verstärkung durch zusätzliche Stellen glaubt Kreft nicht. Es gäbe mehr als 50 Polizeireviere im Land und viele Spezialdienststellen, die alle Bedarf hätten. „Es funktioniert gerade noch so. Pro Schicht sind wir sieben Leute, da bin ich froh, wenn ich ein oder zwei Wagen für die Streife auf die Straße bringe. Sicher, wir haben Verstärkungen bekommen, z. B. bei den Kontaktbereichsbeamten im Zarrentiner Bereich, doch das wiegt den erheblichen Mehraufwand im Revier nicht auf.“ Gemessen an der Personallage hat Boizenburgs Revier nach Einschätzung von Bürgermeister Jäschke Hervorragendes geleistet. „Die Bürger und ich habe hier jeden Tag auf Fragen zur Sicherheit eine gute Antwort bekommen. Danke dafür.“

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