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Politik verspricht: Noch in diesem Jahr wird A 14 bei Schwerin weitergebaut

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erstellt am 14.Feb.2012 | 10:03 Uhr

Ludwigslust/Schwerin | Die Autobahnlücke zwischen Schwerin und Magdeburg - wird sie nun geschlossen oder nicht? Klare Antwort der Verantwortlichen in Stadt und Bund: Diese Autobahn kommt, noch in diesem Jahr wird in Mecklenburg mit dem Bau begonnen. Und: Trotz des Widerstandes von Grünen und BUND ist dieses wichtige Autobahnprojekt schon jetzt nicht mehr zu verhindern. Konkret heißt es vom zuständigen Strukturminister Volker Schlotmann (SPD): "Im ersten Halbjahr erfolgt der Planfeststellungsbeschluss auf dessen Grundlage dann noch im Jahr 2012 der Spatenstich erfolgen soll." Gemeint ist der Bauabschnitt VII, zwischen dem jetzigen Autobahndreieck Schwerin und der künftigen Anschlussstelle an die Bundesstraße 5 zwischen Ludwigslust und Grabow.

Hans-Joachim Hacker, SPD-Bundestagsabgeordneter und zugleich langjähriges Mitglied im Bundesverkehrsausschuss: "Die Verantwortlichen haben längst Fakten geschaffen, die Finanzierung steht. Diese A 14 ist schon jetzt nicht mehr zu verhindern, auch wenn die Gegner dieser eminent wichtigen Verkehrsverbindung seit Wochen versuchen, einen anderen Eindruck zu erwecken."

Eindeutig äußert sich auch Jan Mücke (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium: "Der Lückenschluss der A14 ist unsere wichtigste Fernstraßen-Maßnahme in den neuen Bundesländern. Wir gehen davon aus, dass das Schweriner Ministerium in den kommenden Wochen für den ersten Teilabschnitt den Feststellungsbeschluss fasst und wir noch im ersten Halbjahr mit den Baumaßnahmen beginnen können."

Finanzierung bis zur Landesgrenze gesichert

Ursprünglich sollte längst gebaut werden, doch die Planungen aber auch die Finanzierung des 155 Kilometer langen Teilstücks änderten sich in vergangenen Jahren immer wieder. Für den Mecklenburger Teil (26,3 Kilometer) sind die finanziellen Grundlagen nun gesichert, es geht hier um 216,3 Millionen Euro. Ein nicht unerheblicher Teil kommt aus europäischen Fördertöpfen, den EFRE-Mitteln. Die gibt es jedoch nur bis 2015. Alles was danach gebaut wird, muss wohl ohne europäische Hilfe auskommen. Daher kommt nun Druck in die Planungen, rücken die tatsächlichen Arbeiten näher. Neu ist, dass jetzt nicht nur Geld für den Bau des ersten Abschnittes bis zur Bundesstraße 5 zur Verfügung steht, sondern auch für den Abschnitt von dort bis zur brandenburgischen Landesgrenze, ist sich Verkehrsexperte Hacker sicher. "Der Bund hat vorgesehen, dass auch dieser zweite Abschnitt bis 2015 gebaut werden kann. Dafür müssen im Land jetzt natürlich die Anstrengungen erhöht werden, um den nötigen Planvorlauf zu haben."

Bereits gebaut wird in Sachsen-Anhalt zwischen Wolmirstedt und Colbitz, konkret ist die Colbitzer Umgehung in Bau. Das sind zwar nur sechs Kilometer, doch damit ist der Bau der A 14 schon Realität. Eine Autobahn nur als Ortsumgehung ohne weiteren Anschluss macht keinen Sinn. Selbiges gilt für den nördlichen Bereich vom Dreieck Schwerin. Das müsste für den Anschluss nach Magdeburg umgebaut werden. Dieses Teilstück an der Bundesstraße 5 enden lassen zu wollen, wäre mehr als Geldverschwendung von Seiten des für den Bau verantwortlichen Bundes.

Dennoch ist keineswegs klar, wenn die 155 Kilometer einmal durchgehend befahrbar sein werden. Dafür ist der Widerstand, beispielsweise von den Grünen und dem BUND, zu groß. In Brandenburg häufen sich inzwischen die Planungsprobleme wegen vieler formaler Fehler. Knackpunkte sind im Moment der Trassenverlauf nahe Wittenberge, für diesen Bereich gibt es auch noch keinen Termin für die Planfeststellung. Zweiter Streitpunkt ist ein Gutachten des BUND, wonach die Planungs voraussetzungen für die A14 in Frage gestellt werden. Dieses geht davon aus, dass sowohl die Verkehrsprognose als auch die Bevölkerungsentwicklung falsch sind.

Die Befürworter halten dagegen: "Die A 14 hat als Hinterland-Anbindung für die Ostseehäfen und wichtige Ergänzung des Fernstraßennetzes Norddeutschlands eine herausragende verkehrswirtschaftliche Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern. Damit sind wir in Übereinstimmung mit der verkehrspolitischen Zielstellung des Ministeriums, das die Baurechtssetzung und den Bau der A 14 gegenwärtig planmäßig vorantreibt", so der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Schweriner IHK, Siegbert Eisenach. Auch der Staatssekretär Jan Mücke haut in diese Kerbe: "Die A14 habe als Anbindung für die Ostseehäfen auch eine europäische Bedeutung. Wir sind mit den Prognosen ganz zufrieden und wir wissen, dass die Wirtschaft auch in strukturschwachen Gebieten gute Verkehrsanbindungen braucht." Die Wirtschaft des Landes MV hat sich zudem eindeutig in den verkehrspolitischen Positionen der drei IHKs des Landes für den Bau dieses Verkehrsinfrastrukturprojektes bekannt.

"Die A 14 hat aus Sicht der IHK zu Schwerin nicht nur eine elementare Lückenschluss- und Erschließungsfunktion für die ostdeutschen Bundesländer, sondern darüber hinaus eine unverzichtbare Anschluss-Funktion des Nordostens an Mitteldeutschland und darüber hinaus an Zentral- und Südeuropa. Zudem ist sie unverzichtbar als leistungsfähige Magistrale für die Optimierung der Verkehre innerhalb des Nord-Süd-Korridors und mit Blick auf die prognostizierten erheblich zunehmenden Güterverkehrsmengen, die bis 2025 voraussichtlich um ca. 70 Prozent steigen werden.

Minister Schlotmann wird heute Abend in Hagenow als Gast eines Unternehmerstammtisches im Danonewerk erwartet. Eines der zentralen Themen: Der Lückenschluss der A 14. Die Unternehmer sind ungeduldig.

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