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Plötzlich schlugen die Flammen aus dem Fenster

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erstellt am 10.Aug.2012 | 07:10 Uhr

Boizenburg | Der Brand in einem Einfamilienhaus löste am späten Donnerstagnachmittag einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Rund 50 Kameraden aus fünf Wehren waren im Löscheinsatz. "Wohnhausbrand an der Quöbbe 9", mit diesem Stichwort alarmierte eine Minute vor 17 Uhr die Einsatzleistelle Schwerin die Boizenburger Schwerpunktwehr. Als das erste Fahrzeug nur wenig später den Ort des Geschehens erreichte, schlugen die Flammen bereits aus dem Fenster.

Hitze und Qualm erschwerten die Löscharbeiten, die unter der Leitung des Ortswehrführers Reinhold Tiede erfolgten. Das im Erdgeschoss des Gebäudes ausgebrochene Feuer selbst hatten die ehrenamtlichen Lebensretter nach etwa einer halben Stunde unter Kontrolle. Jedoch waren erhebliche Nachlöscharbeiten erforderlich. Die Atemschutzträger entdeckten in der Decke und zur oberen Etage und dort im Fußboden viele Brandnester. Einige befanden sich sogar schon im Dachstuhl.

"Wären die Flammen auch dort ausgebrochen, hätten wir das Haus wohl nicht mehr retten können", stellte der stellvertretende Ortswehrführer Udo Behnke gegenüber unserer Redaktion fest. Wie er weiter schilderte, mussten die zusätzlich angeforderten Kräfte aus Bahlen, Schwartow, Gothmann sowie aus Schwanheide ihre Schläuche nicht ausrollen. Sie blieben noch eine Weile in Bereitschaft, um notfalls doch noch eingreifen zu können.

Das lag eine Zeit lang durchaus im Bereich des Möglichen. Das Einfamilienhaus steht direkt neben der Grundschule "Ludwig Reinhard", in der zum Zeitpunkt des Brandes gerade die Blutspendeaktion des DRK stattfand. Polizeibeamte rieten den Menschen vorsorglich, die Schule zu verlassen. Alle mussten heraus, das Team des DRK-Instituts für Transfusionsmedizin und die Blutspender sowie die für die Versorgung zuständigen Frauen des DRK-Ortsvereins. "Niemand konnte ausschließen, dass sich der Brand ausbreitet und auf das benachbarte Schulgebäude übergreift. Der Wind trieb die Rauchschwaden direkt in diese Richtung", begründete Udo Behnke die erfolgte Evakuierung. So hatten die Feuerwehrleute während ihres Einsatzes sehr viele Zuschauer.

Zum Glück ist keine Person verletzt worden. Es waren insgesamt zehn Einsatzfahrzeuge aus den Gerätehäusern ausgerückt, gegen 19.30 Uhr fuhren die letzten wieder zurück. Das Einfamilienhaus ist gegenwärtig unbewohnbar. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock mitteilte, konnten die Bewohner bei Verwandten vorerst ein Quartier beziehen. Die geschätzte Höhe des Sachschaden beträgt nach Angaben des Polizeihauptkommissars Rainer Fricke mehrere 10 000 Euro.

Die Brandursache ist noch unbekannt. Nach bisherigem Stand der Erkenntnisse hatte ein elektrischer Wäschetrockner Feuer gefangen. Dieser befand sich in der Küche des Hauses, von wo aus die Flammen sich in der Folge über den Flur ausbreiteten. Die Kriminalpolizei übernahm vor Ort die Ermittlungen. Diese würden, wie es hieß, in alle Richtungen gehen und so auch den Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung nicht ausschließen. Weitere kriminaltechnische Untersuchungen folgen.

Nächste Alarmierung am gestrigen Nachmittag

Rauchentwicklung im Treppenhaus der R.-Breitscheidstraße 16, lautete das Stichwort der Alarmierung, die gestern gegen 15.11 Uhr die Feuerwehr erneut ausrücken ließ. Mit sechs Fahrzeugen fuhren 30 Kameraden los. Sie durchsuchten den Keller nach einem Brandherd. Die Wärmebildkamera lokalisierte einen überhitzten Trennschleifer als Ursache für den Qualm, so Marita Bönning. Die Kräfte konnten gegen 15.27 Uhr wieder abrücken. Der Einsatz war nach der durchgeführten Durchlüftung beendet.

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