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Museum Redefin : Pferde von innen heraus verstehen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Plastinate, chirurgisches Gerät und lehrreiche Filme: Rossarzthaus im Landesgestüt Redefin als Museum neu eröffnet

Wer über Redefin spricht, kommt seit Anfang des 18. Jahrhunderts an der mecklenburgischen Pferdezucht nicht vorbei. Bereits 1710 existierte im Ort ein landesherrschaftliches Gestüt, das den Marstall des Schweriner Herzoghauses mit edlen Vierbeinern belieferte. Zwischen 1795 und 1810 war die Stuterei verpachtet.  Die Gründung des Landesgestütes im Dorf  erfolgte 1812 durch Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin.

„Seit etwas dieser Zeit  gab es auch das Rossarzthaus“, berichtet Kirsten Stelljes als Fachbereichsleiterin für Gestütsverwaltung und Marketing im SVZ-Gespräch. In diesem sei nun jüngst ein Museum eingerichtet und eröffnet worden, berichtet die 38-Jährige. Und verweist auf etwas fast schon Spektakuläres. Nämlich ein Pferd im Skelett als Seitenbild. Dann spricht die gebürtige Mönchengladbacherin über Plastinate wie Herz, Lunge, Darm und ein Fohlenabort. Und über multimediale Bildpräsentationen zu  einzelnen Organen.

„Pferdegesundheit interessiert und fasziniert jeden Reiter und Liebhaber dieser Tiere“, sagt die junge Frau, die sich schon von Kindesbeinen an für Pferde interessiere, wie sie gesteht. Mit elf Jahren habe sie erste Reitstunde gehabt und wollte später Veterinärmedizin studieren. Um Tierärztin zu werden.

„Doch durch einen Quereinstieg bin ich schließlich bei den Agrarwissenschaften gelandet. So kam ich schließlich ins Gestüt“, erinnert sich Kirsten Stelljes, während sie überdimensionale graue Filzpuschen verteilt. Wegen des noch nach Wachs duftenden Holz-Fußbodens im alten Rossarzthaus. Der solle nämlich nicht durch die Besucher in Mitleidenschaft gezogen werden.

 „Seit der Eröffnung vor einigen Tagen haben schon etwa 250 Gäste die Ausstellung gesehen. Geöffnet ist sie zu Veranstaltungen des Landesgestütes sowie nach Vereinbarung. Wir bieten auch Führungen an und wollen die Schau zukünftig einbinden in die Ausbildung von Pferdepflegern und Pferdewirten“, erklärt die Fachfrau, die für acht Mitarbeiter zuständig ist.

Die gefriergetrockneten Modelle und plastinierten Präparate haben die Redefiner von Dr. med. vet. Helmut Ende, einem Fachtierarzt für Pferde, erhalten.  Der sammelt und konserviert seit über 40 Jahren Organe und Körperteile von Pferden und zeigt sie einem interessierten Publikum in seiner Ausstellung „Pferdewelten“. Seine Lehrschau beinhaltet übrigens auch ein begehbares Pferd.  „Unser Anliegen ist es, dem Besucher Wissen um die biologischen Zusammenhänge von Mensch und Pferd zu vermitteln. So lassen sich viele Gesundheitsschäden bei den Tieren vermeiden und Pferde von innen heraus verstehen“, sagt Kirsten Stelljes und bringt  den konservierten Riesendarm anschaulich zum Drehen.

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erstellt am 08.Mai.2016 | 15:51 Uhr

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