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Schuldner müssen vor dem Jahreswechsel reagieren : Pfändungsschutz nur mit P-Konto

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Betroffene Schuldner müssen noch vor dem Jahreswechsel reagieren, wenn sie zum 2. Januar 2012 keine unliebsame Überraschung erleben wollen. Pfändungsschutz für das Konto gibt es ab dem 1. Januar nur noch mit dem P-Konto.

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erstellt am 25.Nov.2011 | 05:22 Uhr

Hagenow | Betroffene Schuldner müssen noch vor dem Jahreswechsel reagieren, wenn sie zum 2. Januar 2012 keine unliebsame Überraschung erleben wollen. Pfändungsschutz für das Konto gibt es ab dem 1. Januar 2012 nur noch mit einem Pfändungsschutzkonto, dem sogenannten P-Konto. Darauf macht die Schuldnerberatungsstelle des Arbeitslosenverbandes mit Sitz in der Möllner Straße von Hagenow aufmerksam. Worum geht es? Konnten bisher Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kindergeld, Rente, trotz bestehender Pfändung, innerhalb von zwei Wochen vom eigenen Konto abgehoben werden, funktioniert das ab dem 1. Januar 2012 nicht mehr. Dann besteht sicherer Pfändungsschutz nur noch über das P-Konto.

"Wir sehen jetzt Handlungsbedarf. Wir sind vernetzt mit Trägern der sozialen Arbeit in der Region, wie u.a. der ASB-Wohnungsnothilfe, Familienhilfen verschiedener Träger, der Suchtklinik Schloss Tessin, mit dem Helenenheim Camin, der Außenwohngruppe des Blauen Kreuzes in Lübtheen und dem Betreuungsverein Südwest Mecklenburg und weiteren. Damit die Betroffenen ab Januar Geld für ihren Lebensunterhalt, für Miete und Strom zur Verfügung haben, ist es wichtig, dass diese Träger all jene, die sie betreuen auf die neue Situation aufmerksam machen", sagt Liane Hirschmann, die Leiterin der Schuldnerberatungsstelle.

Was müssen Betroffene jetzt unbedingt beachten? Besteht zu Lasten des eigenen Kontos eine Pfändung, muss dringend beim Kreditinstitut beantragen werden, das Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umzuwandeln. Das Geld ist dann geschützt - machen die Schuldnerberater aus Hagenow aufmerksam - wenn das Konto vor Ablauf von vier Wochen nach Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses bei der Bank in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt wird. Aber wie gesagt, drängt hierbei die Zeit.

"Ein P-Konto kann nur als Einzelkonto geführt werden. Der Sockelbetrag für dieses spezielle Schutzkonto beträgt 1028,98 Euro, bis zu diesem Betrag ist der Eingang auf diesem Konto geschützt. Darüber hinaus gibt es weitere Freibeträge für Kinder beispielsweise", sagt Liane Hirschmann.

Die Banken richten den Betroffenen das P-Konto ein, nach den Worten der Schuldnerberaterin sind die Anlaufschwierigkeiten überwunden. Die Betroffenen müssen jetzt aktiv werden, die Schuldnerberatungsstellen unterstützen natürlich hierbei. Wenn jemand allerdings kein Konto bei einem Kreditinstitut hat, hat er auch keinen Anspruch auf die Einrichtung eines P-Kontos. Auf Wunsch des Kunden richten die Banken innerhalb von drei Tagen das bestehende Konto ein.

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