Dreilützow : Pfadfinder urlauben im Schlosspark

Die Teilnehmer bilden das Motto des Pfingstlagers: „Keola“
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Die Teilnehmer bilden das Motto des Pfingstlagers: „Keola“

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg lud zum Pfingstlager nach Dreilützow / Mehr als 700 Kinder und Jugendliche nahmen teil

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21. Mai 2018, 21:00 Uhr

Kurz vor der Fußballweltmeisterschaft kommen die Pfadfinder nach Dreilützow. Das wird langsam Tradition. Alle vier Jahre werden am Pfingstwochenende die Zelte aufgeschlagen und mehrere hundert Kinder und Jugendliche verbringen die Feiertage im Schlosspark. Sie alle sind zwischen sieben und 21 Jahren alt, Mitglied in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) – einem katholischen Pfadfinderverband – und wohnen im Erzbistum Hamburg, welches die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und den Landesteil Mecklenburg umfasst. So viel zur Theorie.

„Praktisch kommen die Pfadfinder nur aus den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein. Aber wir haben viele Helfer aus Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Valerian Laudi, Bildungsreferent bei der DPSG. „Wir haben es hier schwer, Fuß zu fassen. Es gibt in Mecklenburg zwar Stämme, wie wir die lokalen Pfadfindergruppen nennen, aber sie sind sehr klein.“

Seit 1998 organisiert die DPSG alle vier Jahre ein Zeltlager für Kinder und Jugendliche, anfangs noch in einem kleineren Rahmen und mit wechselnden Orten. Seit 2006 findet es allerdings durchgängig in Dreilützow statt. „Wir waren auch schon mal an der Müritz, aber das Zeltlager ist immer weiter gewachsen und wir haben einen Ort gesucht, an dem wir es in dieser Größe ausrichten können. Nun sind wir schon zum vierten Mal in Folge in Dreilützow“, so Valerian Laudi. Gut 850 Personen seien auf dem Platz untergekommen, davon rund 100 ehrenamtliche Helfer.

Und sie zu versorgen, ist eine logistische Meisterleistung. Das deuten zumindest die Schweißperlen in Christian Heppners und Michael Wiggerings Gesichtern an. Neun Monate haben die beiden Leiter des Küchenteams das Zeltlager geplant. 29 Helfer stehen ihnen nun zur Seite, und sie verarbeiten über das Wochenende hinweg gut 6000 Brötchen, 800 Liter Milch und 70 Kilogramm Kaffee. „Zum Frühstück gibt es Brötchen, mittags ein festes Gericht und abends bauen wir verschiedene Stände auf, an denen es etwas auf die Hand gibt“, erzählt Christian Heppner, der bereits zum fünften Mal als Helfer an einem Zeltlager teilnimmt. „Insgesamt kochen wir dieses Wochenende 20 bis 25 verschiedene Gerichte. Da sind dann auch vegane, vegetarische und laktosefreie dabei.“ Das Essen stehe aber nicht im Vordergrund, sondern das Programm.

Letzteres heißt in diesem Jahr „Keola“, hawaiianisch für das Leben. In diesem Fall ist Keola allerdings eine fiktive Insel, auf der die Pfadfinder einen guten Urlaub verbringen sollen. Dafür werden ihnen allerhand Möglichkeiten geboten, wie Lagerfeuer, Theaterstücke oder Partys. Und das alles in einer großen Gemeinschaft, denn das bedeute Pfadfinder sein in erster Linie, so Valerian Laudi. „Zu uns kann jeder kommen, egal ob katholisch oder nicht. Und bei uns gilt: Egal, wer ich bin, hier bin ich unter gleichen und es ist gut, wie ich bin.“

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