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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 00:10 Uhr

Kuhstorf : Personalmangel führt zu Zeitnot

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kuhstorfer Eltern berichteten auf Gemeindevertretung über Sorgen /Kindergarten schenkt ab November kein Hortessen mehr aus

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 15:51 Uhr

Kuhstorf Die Versorgung der Hortkinder mit Mittagessen sei keine Pflichtaufgabe des Kindergartens, sondern der Schule, nimmt  Bürgermeisterin Annelies Ehm  möglicher Kritik allen Wind aus den Segeln. „Die Gemeindevertretung hat den Beschluss gefasst, dass es ab November kein Essen mehr für Hortkinder geben wird und das bleibt auch so.“

Hintergrund ist der Personalmangel in der örtlichen neu gebauten  Kita. „Das mit dem Essen geht über unsere Kräfte. Was wir mal aus Gutmütigkeit mit vier Kindern begonnen haben, fällt uns jetzt auf die Füße, wo im Durchschnitt täglich 22 Essensportionen herausgegeben werden müssen“, erklärt Petra Linow, seit 25 Jahren Leiterin der Kindereinrichtung. Nicht nur, dass die Hortkinder erst zwischen 14.20 Uhr und 14.40 Uhr ihr Mittag bekämen, auch das Aufrechterhalten der Kerntemperatur von mindestens 60 Grad, die Ausgabe und das anschließende Geschirrsäubern binde die Arbeit einer Erzieherin.

Hortkinder können in

der Schule essen„Pädagogische Arbeit ist in dieser Zeit dann kaum noch zu leisten, weil wir nicht in der Gruppe sein können. Dabei hätten die Hortkinder in der Schule in Picher beispielsweise die Möglichkeit, schon um 11.30 Uhr Mittag zu essen.“  Krankenstand und Schwangerschaft zögen seit acht Wochen für die noch vorhandenen sechs von eigentlich acht Kräfte in den sechs Gruppen einen Rattenschwanz an Überstunden nach sich. Petra Linow: „Wir müssen rund 70 Stunden zusätzlich mit abdecken, haben von 6 bis 18 Uhr geöffnet und konnten diesen Sommer gerade mal zwei Kollegen überschneidend in den Urlaub schicken. Ich frage mich nach diesem Jahr ernsthaft, wie es weitergehen soll. Zwei Wochen Betriebsferien im Sommer wären machbar. Das haben wir im Team besprochen und dafür plädiere und kämpfe ich. Auch wenn ich weiß, dass das einigen Eltern schwerfallen wird. Aber auch wir haben noch ein Privatleben.“

Das in 2014  eingeführte Aussetzen der  Betriebsferien habe sich nicht wirklich rentiert, berichtet die 55-Jährige den Eltern. Die wiederum brachten ihre Sorge über diese Auszeit der Kita zum Ausdruck. Schließlich seien die durchgängigen Öffnungszeiten doch als Servicegedanke eingeführt worden.

Dorfoberhaupt Annelies Ehm schlug ihnen deshalb  eine von ihnen demnächst  abzugebende Urlaubsbedarfplanung vor, denn ob im nächsten Jahr die Kindertagesstätte  schließe oder nicht, sei ja noch gar  nicht entschieden. Zum Personalproblem der Kita  sagte die Bürgermeisterin, dass es derzeit bearbeitet werde. Auf die mit zwei Jahren  befristete Stelle gäbe es zwei Bewerbungen. „Das Problem ist nur, auch eine fähige Kraft zu finden. Am Montag wird eine Kollegin auf Empfehlung des Fachdienstes zum Probearbeiten kommen. Das werden wir mit der zweiten Kandidatin dann auch machen.“

Der Vorschlag von Familienvater Christian Kleiber, freiwillig mehr für die Kinderbetreuung zu bezahlen, um so vielleicht eine Fachkraft für die Küche oder eine weitere pädagogische Kraft entlohnen zu können, fand sichtlichen Widerhall. Denn viele Eltern seien bereit mehr zu zahlen, um die Qualität der Betreuung aufrechtzuerhalten, so der Tenor des Abends. „Das Thema wird uns wahrscheinlich noch öfter beschäftigen“, resümierte Annelies Ehm sichtlich etwas genervt  am Ende der Einwohnerfragestunde.

 

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