Polizei hob Cannabis-Plantage in Dellien aus : Permahof Utopia: Hanf statt Rettich

Kulturpflanzen und Unkraut mischen sich fröhlich. Maria Nielsen
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Kulturpflanzen und Unkraut mischen sich fröhlich. Maria Nielsen

Am Mittwochmorgen untersuchte die Polizei den Permakultur-Hof in Dellien und hob dabei eine Cannabis-Plantage auf. Verpackte Drogen und Gerätschaften um Marihuana herzustellen wurden sichergestellt.

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28. September 2012, 12:27 Uhr

Dellien | "Permakultur-Hof - kein Hoheitsgebiet der BRD GmbH" steht auf dem Schild am Zaun eines ziemlich verwahrlosten Grundstücks in Dellien. Dieser "Gag" hielt die Polizei aus Lüchow-Dannenberg natürlich nicht davon ab, ihre Aufgabe wahrzunehmen. Sie untersuchte am Mittwochmorgen die Gebäude und hob dabei eine Cannabis-Plantage auf. In verschiedenen Räumen wurden Hanfpflanzen entdeckt, auch bereits verpackte Drogen und die notwendigen Gerätschaften, um Marihuana herzustellen.

Polizei stellte Pflanzen und verpackte Drogen sicher

Die Polizei stellte Pflanzen, Drogen und Gerätschaften sicher und transportierte sie ab. Mit auf die Reise gingen die vier Bewohner, Männer im Alter von 22, 27, 31 und 47 Jahren. Gegen sie wird nun ermittelt "wegen illegaler Herstellung von Drogen in nicht geringen Mengen", wie vom Pressesprecher der Polizei, Kai Richter, zu erfahren war. Mehr zufällig kam das Treiben der Bewohner ans Licht. Ein Gerichtsvollzieher hatte zuvor vergeblich versucht, seine Arbeit zu machen. Er wurde gar nicht auf das Gelände gelassen. Desshalb kam er mit der Polizei wieder, die dann die Plantage entdeckte. Mit Durchsuchungsbeschluss folgte dann der Polizeieinsatz am Mittwoch. Wie der Gerichtsvollzieher quasi "vom Hof gejagt" wurde, hatten die Bewohner gefilmt und ins Internet gestellt, wo es immer noch anzuschauen ist. Man findet dort auch mehrere Videos, in denen die Protagonisten von ihrem Vorhaben, in Dellien zu leben und zu wirtschaften, sprechen. Sie wollten sich selbst versorgen, legten Hochbeete an, pflanzten Bäume und Sträucher, Kartoffeln und Kohl. Sie hielten Hühner und Ziegen, Hunde und Katzen, liefen barfuß, solange es ging. Das alles war ideologisch untermauert, sie wollten "Mutter Erde" gut behandeln und von ihr Gemüse und Früchte ernten, sich ein "Utopia" schaffen.

Ob es mit dem Ernten nicht so klappte und dann über ein "Zubrot" nachgedacht wurde, oder ob die Cannabis-Plantage von vornherein für das Bestreiten des Lebensunterhalts mit eingeplant wurde, wird die Polizei ermitteln. Die Besetzung der Bewohner wechselte, sie galten Im Dorf als ziemlich schräg, aber harmlos, hätten immer freundlich gegrüßt.

Vor Jahren war in den Gebäuden schon einmal eine Cannabis-Plantage angelegt und dann von der Polizei entdeckt worden. Jetzt ist alles verlassen, nur die Hühner kommen sofort an den Zaun gerannt, sie sind wohl länger nicht gefüttert worden.

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