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Hagenower Kreisblatt

16. Dezember 2017 | 21:44 Uhr

Vellahn : Pastor nimmt sich Zeit für die Zeit

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Am Wochenende wurden die Uhren zurückgestellt. Christian Lange aus Vellahn stiegt dafür in den Kirchturm auf knapp 20 Meter Höhe

von
erstellt am 25.Okt.2015 | 16:22 Uhr

Von Sonnabend zu Sonntag ging die Sommerzeit zu Ende. Die Uhren wurden in der Nacht von drei auf zwei Uhr zurückgestellt. Im Zeitalter der computergestützten und funkgesteuerten Technik dürfte die Umstellung der Uhren für die Meisten keine große Sache sein. Pastor Christian Lange von der Kirchgemeinde Vellahn-Pritzier muss die Kirchturmuhr in Vellahn allerdings noch per Hand umstellen, und er macht sich gern die Mühe, in den Kirchturm zu steigen.

„Wenn ich hier oben bin, habe ich Zeit, über die Zeit nachzudenken. Das ist angesichts des rasanten Tempos des Lebens manchmal ganz hilfreich. Am Beispiel unserer Kirchturmuhr bekommen solche Sprichworte wie: ,Es muss sich erst einmal einpendeln’ oder ,Es läuft nicht rund’ eine ganz praktische Bedeutung. Denn unser Uhrwerk läuft bei kaltem Wetter schneller und bei Wärme langsamer. Das muss ich berücksichtigen und gegebenenfalls am Uhrwerk nachjustieren“, sagt er. In seinem Verantwortungsbereich wurden auch noch die Kirchturmuhren in Melkof und Warlitz per Hand auf die Normalzeit zurück gestellt.

„Ich stellte am Sonnabend die Uhr im Vellahner Kirchturm elf Stunden vor. Das Uhrwerk kann nicht rückwärts gedreht werden, sondern nur vorwärts. Das nimmt schon einige Zeit in Anspruch und geschieht mechanisch“, erläutert der Pastor. Das historische Uhrwerk befindet sich in knapp zwanzig Metern Höhe im Kirchturm und ist über Stiegen und Leitern zu erreichen. Die aktuelle Zeit wird auf allen vier Zifferblättern der Kirchturmuhr angezeigt.

Pastor Lange geht davon aus, dass die Uhr im Jahre 1885 in Betrieb ging, in jenem Jahr wurde die Kirche geweiht. „Die Uhr lief nicht bis heute durch, sie ist zwischenzeitlich stehen geblieben, die Mechanik war defekt. Mit viel Energie hat sich Herr Bollow ehrenamtlich um das Uhrwerk bemüht und beispielsweise mit einem Lüftungsmotor von einem PC die Antriebswelle betrieben. Der Motor hatte genau die Geschwindigkeit, um einen genauen Lauf des Uhrwerkes zu ermögliche. So konnte an zwei, manchmal auch an drei Ziffelblättern die Zeit angezeigt werden.

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-Paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Montag.

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