Frühjahrsputz in Vellahn : Pastor greift selbst zum Putzlappen

Kirchenputz ist für Gerda Gerth (l.) und Anna Burmester jedes Jahr eine selbstverständliche Sache.
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Kirchenputz ist für Gerda Gerth (l.) und Anna Burmester jedes Jahr eine selbstverständliche Sache. Fotos: Thorsten Meier

Die Kirchenreinigung im Frühjahr hat in Vellahn gute Tradition

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07. März 2016, 08:00 Uhr

Auf den Knien sitzt Christian Lange, um auch bis in die besonders kniffligen Ecken der Toilette zu gelangen. Schließlich heißt es Kirchenfrühjahrsputz am Sonnabend in Vellahn.

„Vor Gott sind wir doch alle gleich, da kann ich als Pastor auch mal das Klo schrubben“, erklärt schmunzelnd der Seelsorger sein Engagement in dem doch noch recht kühlen Gotteshaus.

Ähnlich sieht das auch Martha Pägelow aus Banzin. „Es ist schon das dritte Mal, dass ich beim Putz mithelfe“, sagt die 14-Jährige, die von ihrer Mutter mitgebracht worden sei. Um mitzuhelfen, Fenster zu putzen, Staub zu wischen, den Altar zu säubern oder Bänke und Tische zu reinigen. „Sie will dieses Jahr zu Pfingsten konfirmiert werden, da kann sie ruhig mithelfen, die Kirche ein bisschen hübsch zu machen“, betont Katrin Pägelow schmunzeln. Die 51-Jährige ist als Gemeindepädagogin angestellt. An der Kanzel wischt ihr Mann Holger Pägelow mit einem feuchten Lappen die Holzschnitzereien ab. Der 52-Jährige, der auch gleichzeitig das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchengemeinderates Pritzier-Vellahn bekleidet, freut sich über die gute Beteiligung der vielen Helfer. „Heute sind wir 15 Personen, das ist toll. Wir haben hier auch schon mal nur mit drei bis vier Helfern geputzt.“

Zu den fleißigen Mitstreitern zählen an diesem Tag auch Gerda Gerth und Anna Burmester, zwei Seniorinnen aus Vellahn. Für sei es doch selbstverständlich mitzumachen, verraten die beiden Damen, während sie akribisch wie professionell die reich verzierten Holzstühle reinigen.

Der Kirchenputz habe Tradition, verrät Pastor Christian Lange. „Früher wurden die Konfirmanden dazu verdonnert, die Kirche zu putzen. Seit meiner Amtszeit, das sind jetzt sechs Jahre, ist das nur noch rein freiwillig. Jetzt kommen auch mehr Helfer, um zum Frühling alles vom Staub zu befreien.“

Am Treppenaufgang zur Empore fegt Lara Brockmöller mit einem Besen die Holztreppe sauber. „Ich bin jetzt schon das sechste Mal dabei“, berichtet die 18-Jährige. Lange schlafen, sei doch langweilig, meint die gebürtige Vellahnerin weiter. Und stellt damit als junge Frau sicherlich die rühmliche Ausnahme dar. „Ich mache aber auch Pfadfinderarbeit und Kinderkirche, da ist man frühes Aufstehen gewohnt.“

Für Pastor Christian Lange hat der Kirchenputz jedoch nicht nur rein praktische Vorteile. „Er stärkt auch das Zusammengehörigkeitsgefühl. Schließlich wischen wir zum Abschluss alle gemeinsam noch den Boden der Kirche. Ostern kann nun kommen.“

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