Gemeindefusion : Pätow-Steegen will weiter alleine bleiben

Andrang zum großen Feuer nach dem Osterfest auf dem Steegener Sportplatz.
Andrang zum großen Feuer nach dem Osterfest auf dem Steegener Sportplatz.

Gemeinde vor den Toren Hagenows würde auch die doppelte „Hochzeitsprämie“ ausschlagen. Miserable Straße nach Pätow bleibt ungelöstes Hauptproblem

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14. April 2018, 16:00 Uhr

Alle reden von Gemeindefusionen, Innenminister Caffier will sogar die „Hochzeitsprämien“ dafür verdoppeln. Die Gemeinde Pätow-Steegen, vor den Toren Hagenows gelegen, redet eher von Selbstbestimmung und Eigenständigkeit. „Was nützt uns eine Hochzeitsprämie selbst in der Höhe“, fragt Bürgermeister Holger Maty. Die wichtige Frage sei doch, was eine Fusion, mit wem auch immer, dauerhaft bringen würde. Aus Sicht des Bürgermeisters, der Vertretung und sehr vieler Bürger nicht viel.

Dabei kann man der Gemeinde mit ihren 392 Bürgern nicht vorwerfen, sich nicht informiert zu haben. Maty hat an den ersten Konsultierungen zwischen Setzin, Toddin und Pritzier teilgenommen, dann aber den Rückzug angetreten. „Wir müssen den Bürgern schon erklären, worin die Vorteile eines Zusammenschlusses bestehen sollen. Und die konnten wir bisher nicht erkennen.“

Auch innerhalb der Gemeinde muss genau auf Balance geachtet werden. Beispiel: Das jüngste Osterfeuer, das wegen des schlechten Wetters nachgeholt werden musste. Rund um den gewaltigen Haufen in Steegen versammelten sich im Laufe des Abends mehr als 200 Leute, auch viele aus Pätow. Das war nicht immer so. Doch Dorfclub, Jugendwehr und auch eine Bürgerinitiative für den Ausbau des Sportplatzes sorgen nicht nur für Leben in der „Speckgürtelgemeinde“. Sie bieten auch zunehmend Zusammenhalt.

Und die Gemeinde genießt es, in bescheidenem Rahmen handlungsfähig zu sein. Grundlage dafür ist ein auch in diesem Jahr ausgeglichener Haushalt. Hauptprojekt in diesem Jahr ist die Modernisierung der Straßenbeleuchtung im Ortsteil Pätow. Ungefähr 70 Prozent der dortigen Lampen sollen auf die moderne LED-Technik umgestellt werden. Zudem verschwinden dabei die Betonmasten aus DDR-Zeiten. Gut 30 000 Euro sollen dafür eingesetzt werden. In Steegen war die Straßenbeleuchtung im Zuge der Komplettsanierung der Kreisstraße mit erneuert worden. Bereits erledigt ist die Modernisierung der Heizungsanlage im Dorfgemeinschaftshaus in Pätow, in diesem Jahr wird dort der Trinkwasseranschluss erneuert. In diesen kleinen Schritten soll es weitergehen.

Es gibt allerdings Projekte, da kann die Gemeinde nur bitten, betteln und hoffen. Die Internet-Breitbandversorgung ist so ein Thema, aktuell sind die Daten mäßig, und es gibt wenig Aussicht auf schnelle Änderung. Auch bei der Kreisstraße 25, zwischen Steegen und Pätow ist die Gemeinde auf das Prinzip Hoffen angewiesen. Aktuell konzentrieren sich die Bemühungen darauf, wenigstens den Radweg von Steegen bis zur B 321 nahe Toddin bauen zu wollen. Das wäre ein klassischer Lückenschluss im Radwegebau. Konkrete Termine gibt es aber da bisher nicht.

Geht es nach den Anfragen Bauwilliger, könnte die Gemeinde wachsen. Doch trotz der aktuellen Neubauten sind die öffentlichen Bauplätze ausgeschöpft. Nur in privater Hand gäbe es laut Maty noch wenige Möglichkeiten. Ein eigenes Baugebiet kann die Gemeinde nicht auflegen, das verbietet das Planungsrecht. Würde Pätow-Steegen eines Tages aber zu Hagenow gehen, wäre das durchaus möglich. Dann wäre man ja Teil des Mittelzentrums. Ein Anschluss an die Stadt gehört zu den Optionen. Doch derzeit kommt die Gemeinde mit ihrer Eigenständigkeit gut klar.

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