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Hagenow : Pachtvertrag für Koppel ohne Begründung gekündigt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Michaela und Uwe Stiehr sind über das Vorgehen der Stadt Hagenow enttäuscht. Kommune sieht sich im Recht

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Die  beiden Shetlandponys sind für Michaela und Uwe Stiehr ihr Ein und Alles. Seit elf Jahren halten sie die Tiere, spannen sie vor die Kutsche, um in den Wald zu fahren, oder auch vor den Pflug. Jetzt sind die beiden Hagenower, Vater und Tochter,  in arge Bedrängnis gekommen, weil die Stadt  ihnen den Pachtvertrag für die Koppel, auf der die beiden Hengste „Liddle Sam“ und „Lemonty“ stehen, aus heiterem Himmel und grundlos gekündigt hat.

Das macht sie wütend, und sie wandten sich an die SVZ mit der Bitte um Hilfe. Denn nun suchen sie eine neue Koppel für ihre Pferde und brauchen auch so Unterstützung.

Noch stehen die beiden Ponys auf der 900 Quadratmeter großen Koppel, die  unmittelbar an ihren Kleingarten in der Anlage „Am Wiesengrund“ angrenzt. 

Der Pachtvertrag mit der Stadtverwaltung wurde im Jahr 2015 geschlossen. Die Pächter sind davon ausgegangen, dass das Vertragsverhältnis mindestens zehn Jahre Bestand hat.  „Wir haben dann die Fläche  vorbereitet, Zäune gezogen, Unrat raus gesammelt, einen Unterstand gebaut. Und wir zahlten natürlich regelmäßig die Pacht“, erzählt Michaela Stiehr.

Am 20. Juni 2017 flatterte ihnen dann plötzlich die Kündigung des Pachtvertrages durch die Stadt ins Haus. Die Kommune kündigt  den Vertrag zum 14. Oktober 2017.

 „Für uns ist  diese  Vorgehensweise nicht nachzuvollziehen. Wie kann man mit uns einen Vertrag abschließen, der dann für Null und Nichtig erklärt wird. Wir befanden uns immer in dem Glauben, dass so eine Vereinbarung nicht gekündigt werden kann, wenn keine böswilligen Verstöße auftreten. Wir haben uns immer gekümmert und bemüht. Aus unserer Sicht gab es also keinen Grund für die Stadt, den Vertrag einseitig zu lösen. Wir haben der Stadt vertraut und wurden nun so enttäuscht“, erzählt Michaela Stiehr.

Beide Pächter, Michaela und Uwe Stiehr, haben sich daraufhin einen Anwalt genommen, um die Sache rechtlich zu klären. „Von ihm erfuhren wir aber, dass wir in dieser Angelegenheit nichts machen können. Wir können ja nicht einmal Schadensersatz beantragen. Unser Anwalt sagte, dass wir hier im Planungsgebiet keine Großtiere halten dürfen. Jetzt wissen wir nicht, wie es weiter gehen soll“, so Michaela Stiehr, die jetzt eine Koppel für ihre beiden Ponys sucht, die mindestens 600 Quadratmeter groß sein sollte.

„Da mein Vater körperlich nicht so belastbar ist, würde ich mich natürlich auch über Hilfe  beim Herrichten einer neuen Koppel freuen, die wir ja immer noch suchen“, bittet die junge Frau.

 Aus Sicht der Stadt wurde der Pachtvertrag fristgerecht gekündigt, wie von Bürgermeister Thomas Möller auf SVZ-Nachfrage zu erfahren war.

„In den Pachtverträgen steht drin, dass wir die Kündigung nicht begründen müssen. Ich möchte aber betonen, dass wir uns als Stadt aus privatrechtlichen Streitigkeiten heraus halten. Deshalb haben wir entschieden, dieses Pachtverhältnis nicht mehr aufrecht zu erhalten“, ist vom Hagenower Bürgermeister Thomas Möller zu erfahren. Mehr wolle er zu dem Thema nicht sagen.

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