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Winterbock ist angezapft : Ozapft is: Vielank füllt ab

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Malzig, kräftig, rund und süffig: Das Vielanker Brauhaus hat die ersten Winterbockbier-Tanks angezapft. Nach zehn Wochen Reifung fließt das Bier seit gestern in die Flaschen.

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erstellt am 12.Okt.2012 | 10:40 Uhr

Vielank | Malzig muss es sein, kräftig, rund und sehr süffig. Alle sechs Tage ist Daniel Schmidt in den zurückliegenden zehn Wochen zu den "Winterbock"-Tanks in den Keller gestiegen und hat den Probezapfhahn aufgedreht. "Ich schmecke jede einzelne Phase des Reifeprozesses", sagt der Diplom-Braumeister. Bei seinen ersten Verkostungen im August läuft noch trübes Bier aus dem Hahn, ganz "grün" im Geschmack. "Doch wenn man es zehn Wochen in Ruhe lässt, dann entwickelt das Bier seinen eigenen ganz harmonischen Körper." Gestern nun gab der 29-jährige studierte Brauwirt grünes Licht für die erste Abfüllung des Vielanker Winterbocks.

Seit 9 Uhr morgens rattern die Maschinen, die Flaschen kommen direkt nach dem Waschen in die Abfüllanlage, wo jede einzelne von Kevin May mit einem Bügelverschluss per Hand geschlossen wird. Noch am Nachmittag steht der erste Großhändler vor der Tür, der die Kisten mit nach Hamburg nimmt. Vier Winterbock-Abfüllungen soll es dieses Jahr geben, am Montag ist Verkaufsstart.

Daniel Schmidt hat in Lübz Brauer und Mälzer gelernt, später in Berlin an der TU Brauwesen studiert und arbeitet seit gut vier Jahren in Vielank. Seitdem geht es in Vielank mit dem Absatz stetig bergauf. Genaue Zahlen will der Braumeister nicht nennen. "Wir kommen auf einen zweistelligen prozentualen Zuwachs", sagt er. Die Nachfrage steige von Jahr zu Jahr und es freue ihn, dass sogar Großhändler direkt auf die Brauerei zukommen und wegen der Kundenwünsche in Vielank bestellen. Neben dem limitierten Maibock und Winterbock, werden in Vielank auch ganzjährig die Biere Dunkel, Pils, Weizen und Schwarz abgefüllt. Das Bockbier braucht die meiste Zeit zum Reifen. "Deshalb produzieren wir nicht viel, dafür aber erstklassig", so Schmidt. Er rechnet mit etwa 1000 Kisten, die ab Mitte Oktober zwischen Hamburg, der Prignitz und Vorpommern vertrieben werden.

Trotz der wachsenden Nachfrage bleibe der Fokus weiter auf die Qualität gerichtet. "Im Sommer lief unsere Abfüllanlage sieben Tage die Woche", erzählt Schmidt. "Da war dann eben auch mal eine Sorte Brause ausverkauft, bis wir wieder abfüllen konnten", sagt er. Mit seinem Team hat der 29-Jährige bis heute sieben Sorten Fassbrause entwickelt. Der Renner war in diesem Sommer wieder die Sanddornbrause. Die neueste Sorte, die Rhabarber-Fassbrause, hat sich Daniel Schmidt ausgedacht. "Wir basteln schon an der nächsten", sagt er.

Für den jungen Braumeister bleibt die Arbeit auch nach Jahren spannend. "Der Job hat viel mit Mathe, Chemie und Physik zu tun", sagt er. "Ich arbeite hier mit allen Elementen. Mal wird es heiß, mal kalt. Es bleibt immer komplex und das ist eine gute Voraussetzung, dass einen die Arbeit auf lange Zeit fasziniert."

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