Ministerbesuch : „Ortsumgehung Hagenow chancenlos“

Verkehrsminister Christian Pegel (re.) und Unternehmerverband-Präsident  Wolfgang Hildesheim im Gespräch.
Verkehrsminister Christian Pegel (re.) und Unternehmerverband-Präsident Wolfgang Hildesheim im Gespräch.

Pegel steht Rede und Antwort - Stammtisch des Unternehmerverbandes Westmecklenburg in Hagenow

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10. Juli 2014, 15:16 Uhr

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat für Verständnis geworben, dass die Hagenower Ortsumgehung vom Land nicht für den neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet worden ist. Die errechneten Daten hätten gegen eine echte Entlastungswirkung gesprochen, sagte der Ressortchef am Mittwochabend vor knapp 35 Vertretern der Wirtschaft und interessierten Bürgern in Hagenow. Experten hätten prognostiziert, dass nur eine „außerordentlich überschaubare Zahl“ von Fahrzeugen die Entlastungsstrecke nutzen würde.

Deshalb wäre ein Antrag für den Bau der Umgehung Pegels Worten zufolge beim Bund durchgefallen. Zumal das zuständige Bundesministerium bereits signalisiert habe, dem Erhalt von Straßen künftig Priorität vor Neubauprojekten einzuräumen.

Die Ortsumgehung ist seit Jahren Streitthema in Hagenow. Anwohner der Bundesstraße 321, vor deren Häusern der Verkehr von Schwerin in Richtung Boizenburg und umgekehrt rollt, fordern seit Jahren eine Ausweichstrecke.

Roland Masche von der Wirtschaftsförderung der Stadt verwies darauf, dass die Kommune sich immer wieder bei den politisch Verantwortlichen für eine Ortsumgehung eingesetzt hat.

Pegel, der Gast des Stammtischs vom Unternehmerverband Westmecklenburg war, nahm auch zum Bauvorhaben A 14 Stellung. Er teilte mit, dass für den Bau des zweiten mecklenburgischen Teilstücks der Autobahn nach Magdeburg derzeit die Finanzierung vom Bund fehlt. Seinen Angaben zufolge geht es dabei um eine Summe von 88 Millionen Euro. Das Land habe den Bund gebeten, eine Sonderfinanzierung zu prüfen. Pegel hofft zumindest auf Geld aus Berlin , um wenigstens zügig mit Bau vorbereitenden Maßnahmen auf dem Abschnitt beginnen zu können.

Der Minister unterstrich vor der Runde die Bedeutung der neuen Nord-Süd-Trasse, für der die Bauarbeiten des ersten mecklenburgischen Teilstücks bis Ludwigslust bereits laufen. Die A 14 ist von gesamtdeutschem Interesse und von elementarer Bedeutung für die Häfen in Mecklenburg-Vorpommern, sagt der 40-Jährige. Verbandsgeschäftsführer Wilhelm Schefe erinnerte daran, dass die Wirtschaft der Region seit mehr als einem Jahrzehnt um die A 14 kämpft. „Wir wollen sie und wir wollen sie ganz“, betonte er.

Pegel räumte Belastungen für Anwohner durch die Kiestransporte für den Bau der Autobahn ein. Den Menschen werde viel zugemutet, sagte er. „Wir kriegen den Sand nicht dahin gebeamt“, fügte er zugleich hinzu. Es müssten daher notwendigerweise Millionen von Kubikmetern bewegt werden. Andere Optionen für die Transporte würden Unsummen kosten.

Pegel, der Anfang des Jahres als Chef der Staatskanzlei ins Ministerium gewechselt war, ging auch auf Fragen zur Energiewende, zum Bau von Windparks auf dem Land und auf See sowie zur geplanten Maut ein.

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