Pritzier : Ort des Gedenkens und Mahnung

Die Einweihung der neugestalteten Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Pritzier wurde durch Vellahns Pastor Christian Lange, Gerald Suse aus Setzin sowie Ronald Schädlich aus Warlitz musikalisch begleitet.
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Die Einweihung der neugestalteten Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Pritzier wurde durch Vellahns Pastor Christian Lange, Gerald Suse aus Setzin sowie Ronald Schädlich aus Warlitz musikalisch begleitet.

in Pritzier wurde gestern am Volkstrauertag neugestaltete Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof eingeweiht

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16. November 2015, 08:00 Uhr

Der Himmel weinte den gesamten gestrigen Sonntag über und wollte wohl zwei Tage nach den Terroranschlägen von Paris und am alljährlichen Volkstrauertag ein deutliches Zeichen gegen Krieg und Gewalt setzen. „Dieser Tag ist immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent ein Tag des Nachdenkens darüber, wie wir heute auf Krieg und Gewalt reagieren und was wir für Freiheit und Menschlichkeit auf der Welt tun können“, sagte Pritziers Bürgermeister Thomas Witt im Rahmen der gestrigen Einweihung der neugestalteten Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Pritzier. Diese ist nach Ansicht des Dorfoberen ein ehrenvoller Platz für die Kriegstoten und ein Ort zum Gedenken an sie und die Opfer aller Kriege. „Denn auch hier auf unserem Friedhof haben Menschen, die ihr Leben im Krieg verloren, ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Kriegsgrabanlage ist sowohl zu einer ehrenvollen Ruhestätte als auch zu einem Mahnmal geworden“, sagt Thomas Witt an die Gäste der gestrigen Einweihung gerichtet. Dank der finanziellen Unterstützung durch das Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern, der Ausarbeitung des Gestaltungsvorschlages durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sowie der Unterstützung und Begleitung der Neugestaltung der Kriegsgrabanlage durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim konnte das Projekt innerhalb von nur zwei Monaten realisiert werden. An diesem Ort des Gedächtnis und der Mahnung wurde nach Kriegsende unter anderem auch Feldwebel Wilhelm Hoencamp bestattet, der im Jahr 1945 auf dem Bahnhof Pritzier einem plötzlichen Herzinfarkt erlag. „Auch wenn ich meinen Opa niemals persönlich kennenlernen durfte, bin ich doch sehr froh, dass ich nun den Ort kenne, an dem er begraben wurde. Gleichzeitig bin ich sehr beeindruckt, dass man mit einer solchen Kriegsgräberstätte an die Nachfahren der Verstorbenen gedacht hat und ihnen somit einen Ort der Trauer und Erinnerung bietet“, erzählt Sabine Mehner-Vogel, die gemeinsam mit ihrem Cousin Dirk Sturmfels zum Grab ihres Großvaters Wilhelm Hoencamp gekommen war. Sabine Mehner-Vogel und Dirk Sturmfels, die am gestrigen Sonntag extra aus Dassendorf bei Geesthacht beziehungsweise aus der Nähe von Quickborn zum Volkstrauertag nach Pritzier anreisten, legten gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Witt einen Kranz an der neugestalteten Kriegsgräberstätte nieder. „Der Volkstrauertag kehrt jedes Jahr wieder. Aber seine Botschaft ist in jedem Jahr aufs Neue aktuell, gerade in diesen Tagen, wo Menschen bei uns Schutz suchen und unsere Hilfe benötigen“, sagt Pritziers Bürgermeister. Leider seien Krieg, Gewalt und Vertreibung auch heute noch in vielen Teilen der Welt trauriger Alltag. Neue Schreckensnachrichten, beispielsweise aus Syrien, dem Irak oder aus Ländern in Afrika erreichen uns täglich. Dabei sollten wir niemals vergessen, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und für ein friedliches und soziales Miteinander Achtung und Toleranz gegenüber den Mitmenschen unabhängig von ethnischer Herkunft oder persönlichen Weltanschauungen entscheidend sind. Und gerade deshalb komme Gedenktagen wie dem Volkstrauertag nach wie vor ein hoher Stellenwert zu. Ein Gedenken, das sich der Geschichte stellt, daraus Rückschlüsse zieht und dafür sensibilisiert, dass bedrohliche Entwicklungen oder die Verharmlosung von Gewalt rechtzeitig erkannt werden können. Die Einweihung der neugestalteten Kriegsgräberstätte wurde durch Vellahns Pastor Christian Lange, Gerald Suse aus Setzin sowie Ronald Schädlich aus Warlitz musikalisch begleitet.

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