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Boizenburg: Kannen aus allen Epochen : Omas Kanne war die erste

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Gezählt? Nein, gezählt haben sie sie nicht. "Aber bestimmt stehen noch 500 Kannen in Kisten verpackt unten im Keller", sagt Mike Stenschke. Die Sammelleidenschaft seiner Frau Katja hat sich herumgesprochen.

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erstellt am 12.Sep.2013 | 10:15 Uhr

Boizenburg | Gezählt? Nein, gezählt haben sie sie nicht. "Aber bestimmt stehen noch 500 Kannen in Kisten verpackt unten im Keller", sagt Mike Stenschke. Die Sammelleidenschaft seiner Frau Katja hat sich herumgesprochen. Stammgäste, die ihr kleines Café in der Klingbergstraße besuchen, bringen oft ein leeres Kännchen mit. Obwohl sie wissen, dass Stenschkes eigentlich kein Platz mehr dafür haben. Die Vitrinen sind voll, die selbstgezimmerten Regale bis auf die letzte Lücke gefüllt, auch auf dem Tisch hinterm Tresen stapeln sich Kannen und Kännchen. Schlank, bauchig, eckig, klein, groß, schlicht oder pompös. "Manche sind so hässlich, dass sie schon wieder schön sind", sagt Mike Stenschke.

Als es drinnen zu eng wurde, hat er angefangen, die Kannen draußen ins Fachwerk zu stellen. "Wer weiß, irgendwann besteht unsere Fassade komplett aus Kannen." Die Gäste freut’s. "Manche kommen zu uns, nur um nach ihrer Kanne zu sehen, die sie uns vor Jahren geschenkt haben", erzählt Katja Stenschke. Manche vergucken sich auch in ein Exemplar und wollen es unbedingt kaufen. Aber das sei tabu. "Wir betrachten die Kannen als Leihgaben." Nie würden sie eine aus der Hand geben, es sei denn, ihr Besitzer will sie zurück. Doch welche Kanne ist von wem? "Die Rosenthaler in der Vitrine ist von meiner Mutter", sagt Katja Stenschke. "Mit der fing alles an. Es war ihr Geschenk zur Eröffnung." Später hat sie sich in die Kannen Zettel mit den Namen der Leute gesteckt. Die blaue Kanne mit dem Schnabel, der ein bisschen aussieht wie das Monster von Loch Ness, stammt aus Rodenwalde. Mit ihrem geschätzten Alter von 125 Jahren soll es die älteste der Sammlung sein. Die Kannen sind inzwischen zum Markenzeichen geworden, sogar das ZDF war hier und hat das kleine Café deutschlandweit bekannt gemacht.

Was viele nicht wissen: Der Ruhetag wird oft zum Putztag. Dann steigt Katja Stenschke auf die Leiter, wischt Staub auf den Regalen und trägt die Kannen zum Geschirrspüler. Ein Waschgang für neun Kannen. "Das dauert bis zum Abend." An solchen Tagen fährt Ehemann Mike lieber angeln und Frau Katja denkt: "Vielleicht hätte ich doch Zuckerdosen sammeln sollen."

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