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Hagenower Kreisblatt

18. August 2017 | 16:32 Uhr

Hagenow : Ohne Scheu: Schüler haken nach

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wenig Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, Integration von Flüchtlingen, Schaffung von Arbeitsplätzen – Abiturienten löchern Hagenows Bürgermeister

Sie wollten es ganz genau wissen: Wer führt eigentlich die Geschicke ihrer Stadt? Wer verbirgt sich hinter Thomas Möller, dem Bürgermeister von Hagenow? So dachten sich einige Schüler des Robert-Stock-Gymnasiums kurzerhand Fragen aus und stellten sie dem Stadtoberhaupt. Unter ihnen Linn Schulz, Fabian Kunde, Gian-Luca Hinrichs, Julie Brandt und Johann Höhn. Sie nehmen an einem Journalismuskurs in Kooperation mit der SVZ teil.

Welchen Beruf wollten Sie ergreifen, bevor Sie Bürgermeister wurden und warum?

Thomas Möller: Nach dem Fachgymnasium ging ich zur Bundeswehr. Nach dem zwölfmonatigen Wehrdienst begann ich eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. In diesem Beruf habe ich aber nicht lange gearbeitet. Danach war ich in verschiedenen Firmen für Industrie-Tormontage und Bausicherung angestellt. Zu der Zeit arbeitete ich ehrenamtlich im Kreisjugendring Ludwigslust. Als dann die Stelle des Amtsjugendpflegers im Amt Boizenburg-Land ausgeschrieben war, habe ich mich dort beworben, um hier in einem neuen Bereich zu arbeiten. Dort machte ich eine nebenberufliche Verwaltungsausbildung, so dass ich auch nach Einstellung der Amtsjugendpflege in verschiedenen Bereichen weiter im Amt Boizenburg-Land arbeiten konnte.
Was gefällt Ihnen so gut an Ihrer Tätigkeit?
Die Aufgaben als Bürgermeister sind sehr vielschichtig. Besonders gefällt mir der Kontakt zu vielen Menschen aus verschiedenen Bereichen.

Wie schaffen Sie es, Ihren Beruf und Ihr Privatleben unter einen Hut zu bringen?
Das gestaltet sich schon schwierig, da ich 60 bis 70 Stunden in der Woche arbeite und da bleibt für Hobbys wenig Zeit.
Warum haben Sie sich für die Partei Die Linke entschieden?
Meine politische Heimat war zwischen der Linken und der SPD. Meiner Meinung nach stehen die sozialen Belange der Menschen bei den Linken mehr im Vordergrund.
Wie stehen Sie zu der Flüchtlingspolitik von Merkel?
Ich finde, man sollte den Menschen vor Ort helfen, nicht erst hier. Außerdem war es ein Fehler, die Massenströme so in das Land zu lassen, ohne jegliche Kontrolle über die Situation. Ich sehe uns aber in der Pflicht, den Menschen, die wegen Krieg und Verfolgung zu uns gekommen sind, zu helfen.
Welche Möglichkeit der Integration der Flüchtlinge und für ihre Unterbringung hat die Stadtverwaltung geplant?
Integration darf keine Frage der Zuständigkeit sein, die Organisation der Unterbringung und der Ausbildung schon. Dies wird durch die Landkreise und viele Vereine und Verbände geleistet. Ich sehe das Erlernen der deutschen Sprache als Voraussetzung. Die Integration in die Gesellschaft gelingt nur, wenn die zu uns gekommenen Menschen auch in den Arbeitsmarkt eingebunden werden können.
In Hagenow gibt es ziemlich wenig Freizeitmöglichkeiten. Gibt es Pläne, diese zu erweitern?
Ich sehe das genauso, dass es zu wenige Freizeitmöglichkeiten gibt. Allerdings ist es schwer, daran etwas zu ändern und Geld spielt hierbei eine große Rolle. Konkrete Pläne gibt es keine.
In Hagenow gibt es fast keine Einkaufsmöglichkeiten in Bezug auf Kleidung und Elektronik, und für viele Kleinigkeiten muss man nach Schwerin oder Wittenburg fahren. Haben Sie Ideen zur Änderung?
Es gibt kaum Möglichkeiten in Hagenow, selbst die Stadt hat darauf keinen Einfluss. Ich bin der Meinung, dass wir selber einen Teil Schuld tragen, z.B. durch Bestellungen im Internet. Einzelhandel ist heute schwerer denn je. Neue Ideen und Konzepte werden dringend gebraucht.
Warum wird das Gebäude auf dem Sportplatz in der Parkstraße nicht erneuert?
Das Gebäude wäre vor zehn Jahren noch zu retten gewesen. Jetzt hingegen muss das Gebäude abgerissen werden. Der Bau des neuen Gebäudes hängt nur noch an einem kleinen Detail. Es fehlt uns die Erlaubnis, näher am Rand bauen zu dürfen. Ich bin sehr zuversichtlich, die Genehmigung zur Baulasteintragung zu bekommen. Dieses Projekt soll dieses Jahr noch fertig werden.
Was können Sie tun, um neue Arbeitsplätze zu schaffen?
Die Stadtvertretung hat 2015 eine Ansiedlungsoffensive gestartet. Dabei werden die Gewerbegebiete intensiver als bisher vermarktet. Dazu arbeiten wir eng mit den Wirtschaftsförderungsgesellschaften zusammen. Die Investoren achten darauf, wie die Gewerbeflächen aufgebaut sind und welche Auflagen gelten. Auch die Entfernung zur A24 und den Metropolen Hamburg und Berlin spielt hier eine Rolle. Ich bin zuversichtlich, was die Vermarktung über den Verbund der Metropolregion angeht, um den Ausbau von Arbeitsplätzen anzukurbeln.


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erstellt am 20.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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