Pizzaforschung in Wittenburg : Oetker setzt klar auf den Standort Wittenburg

Anfahrt zum Pizzawerk, in dem täglich bis zu 750  000 Tiefkühlpizzen entstehen, in dem großen Gebäude verbirgt sich das Palettenlager, in dem minus 28 Grad herrschen.
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Anfahrt zum Pizzawerk, in dem täglich bis zu 750 000 Tiefkühlpizzen entstehen, in dem großen Gebäude verbirgt sich das Palettenlager, in dem minus 28 Grad herrschen.

Aufbau einer neuen Schicht bring ab sofort 60 neue Arbeitsplätze / Pizzaforschung für die Welt künftig in eigenem Innovationszentrum

svz.de von
03. Dezember 2013, 17:21 Uhr

Gute Nachrichten von einem der wichtigsten Arbeitgeber der Region: Das Oetker-Pizzawerk in Wittenburg stockt derzeit wieder einmal die Zahl seiner Mitarbeiter auf. Zu den jetzt schon bestehenden elf Schichten kommt eine zwölfte hinzu. Damit wird sich die Zahl der in Wittenburg Beschäftigten auf etwa 950 erhöhen. Zugleich bekommt der Standort bis 2016 auch ein Innovationszentrum zur Produktforschung. Die Pizzaforschung unter dem Namen Dr. Oetker wird dann wesentlich in Wittenburg stattfinden. Vor allem wird das neue Zentrum, das auf dem Gelände am Südring gebaut werden soll, der Einführung neuer Produkte in die Großproduktion dienen.

Mit der neuen Schicht, bis März sollen die dafür nötigen Mitarbeiter gefunden sein, läuft das Riesenwerk an der Autobahn auf Anschlag. Produziert wird von Sonnabend bis zum Sonntag in drei Schichten, der Warenausgang ist immer besetzt. In Zahlen bedeutet das bis zu 750 000 Pizzen am Tag oder mehr als 240 Millionen im Jahr. Wittenburger Pizzen werden weltweit gegessen, die größten Zuwächse gibt es aktuell in Kanada, Skandinavien, Italien und Osteuropa. „Wir arbeiten gleichmäßiger durch, wir lasten inzwischen unsere 30 000 Palettenplätze im Tiefkühllager aus, das Ding brummt auf Volllast. Daher auch unser Entschluss, eine neue Schicht aufzubauen.“ Der Produktionsdruck ist inzwischen so groß, dass derzeit sogar Zeitarbeiter über die Firma Randstadt aushelfen. Auch diese Arbeiter sollen bei der Besetzung der neuen Schicht ein faire Chance bekommen.

Doch Förster, der in Quassel wohnt, will nicht nur mit der Produktion glänzen, er hat die Belange seiner Mannschaft im Blick. Derzeit gibt es eine Umfrage unter den Mitarbeitern mit dem Arbeitstitel „Was brauchst du eigentlich?“. Das reicht von der Betreuung der Kinder in Kindereinrichtungen oder von Tagesmüttern, über Angebote in der Freizeit bis hin zur Entlastung von monotonen und einseitigen Belastungen. „Wir lassen Arbeitsplätze von Arbeitsmedizinern einschätzen, wir wollen uns um eine Reduzierung der Lärmbelastung kümmern und auch bessere Sozialräume schaffen“, erklärt Förster. Durch das ständige Wachstum platzt das Werk in nahezu allen Abteilungen aus den Nähten. So wird ein Teil des früheren Feinfood-Gebäudes für Sozialräume genutzt, die Betriebskrankenkasse bei Oetker bekommt neue Räume, auch der Shop für die Werksmitarbeiter wird verlagert. Dazu bekommt das Werk ein neues Backwarenlager, die mobilen Gerätschaften werden künftig in extra Bereichen gelagert. „Wir optimieren wo wir können und nutzen dafür die vorhandenen Gebäude aus, um auch schnell Verbesserungen schaffen zu können“, erklärt Förster, der erst seit wenigen Monaten das Werk führt. Der gelernte Tierarzt ist jedoch alles andere als ein Neuling. Im Jahr 1992, dem Startjahr von Oetker in Wittenburg, war er Leiter der Qualitätssicherung bevor er 2007 als Werksleiter nach Polen ging. Jetzt ist er nicht nur Chef in Wittenburg, sondern auch noch in Personalunion Leiter des technischen Services von Dr. Oetker weltweit. Das bedeutet, er muss sich auch um die Werke in Kanada, England, Polen, Türkei, Australien und Südafrika kümmern. Aus dieser Sicht kann er den Standort Wittenburg mit seiner strategisch wichtigen Nähe zu Hamburg auch viel besser einschätzen.

Försters Urteil: „Ich habe hier eine hervorragende Belegschaft, wir haben so gut wie immer Strom, preiswertes Wasser und eine sehr gute Infrastruktur. Das zählt in der Welt.“ Und die Mitarbeiter, die danken es der Firma mit Treue. Trotz der sehr großen Belegschaft ist die Fluktuation nahe Null und viele Mitarbeiter können schon auf 20 Jahre und mehr bei Dr. Oetker zurückblicken.

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