Wittenburg : Öl von Wittenburg nach Afghanistan

Nach dem Geschäftsabschluss: Unternehmer Jürgen Baumgarten mit seinen neuen Partnern.
Nach dem Geschäftsabschluss: Unternehmer Jürgen Baumgarten mit seinen neuen Partnern.

Unternehmer Jürgen Baumgarten schließt neue Geschäfte mit Partnern in Krisengebieten ab / Private Drohungen gegen den Flüchtlingshelfer häufen sich

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11. März 2016, 12:00 Uhr

Tausende fliehen aus dem Land am Hindukusch, Unternehmer Jürgen Baumgarten hat in Afghanistan hingegen einen neuen Liefermarkt für Produkte seines Unternehmens „JB Germanoil“ ausgemacht. Baumgarten wird von Wittenburg Spezialöl im Wert von mehreren Millionen Euro liefern. Das bestätigten er und sein Geschäftspartner bei einem Gespräch in Wittenburg. Das Leichtlauföl ist im übrigen für gut 3500 Stromaggregate gedacht, die verteilt im Land stehen und die Mobilfunkmasten des staatlich unterstützen Telekom-Netzes mit dem nötigen Strom versorgen. Eine normale und vor allem sichere Stromversorgung ist in dem vom Krieg geprägten Land noch immer nicht möglich. Geliefert wird das Öl extra in kleinen 5-Liter-Kanistern, die auch noch mit Doppelplomben versehen sind. Das hat mit möglichen Betrugsversuchen zu tun, die doppelte Absicherung soll garantieren, dass auch wirklich das deutsche Öl aufgefüllt wird. Die kleinen Kanister sind ein Zugeständnis an die Wegeverhältnisse in dem gebirgigen Land. Die meisten Anlagen stehen auf Bergen und Hügeln, das Öl muss dorthin getragen werden.

Zustande kam der „Deal“ über einen afghanischen Geschäftsmann, der schon seit 20 Jahren in Hamburg arbeitet und im Fernsehen einen Beitrag über Jürgen Baumgarten und seine Arbeit mit Flüchtlingen gesehen hatte.

Bei der Gelegenheit wurden gleich weitere Kontakte geknüpft, so dass sich der rastlose 70-jährige Unternehmer jetzt auch noch auf weitere Geschäfte im Iran und Israel und in der Türkei freuen kann. Auf die Frage, warum ausgerechnet ein deutscher Lieferant in Ölförderländern mit Ölprodukten erfolgreich sein kann, kam von Baumgartens Geschäftspartnern eine klare Antwort. Deutsche Qualität zähle dort etwas. Das merke man schon am Namen Germanoil, aber der Unterschied gerade bei Spezialölen sei eben bei lang laufenden Maschinen spürbar. Derweil beobachtet Baumgarten mit Missmut, dass sich die Bedrohungen gegen ihn wegen seiner Arbeit mit den Flüchtlingen häuften. „Es nimmt zu, es passiert anonym aber auch direkt auf der Straße oder im Geschäft, dass meine Mitarbeiter und ich beschimpft werden, es gibt sogar Drohungen. Einige Flüchtlinge haben mir sogar von Schein-Unfällen berichtet, die sie erlebten. Ich selbst werde auch regelmäßig beobachtet und beschattet. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass man so in eine Ecke gestellt wird und dass es so viel Hass gibt. Dabei bin ich mit dem was wir hier in Wittenburg machen, immer offen umgegangen. Und das werde ich auch in Zukunft so halten.“

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