Afghane in U-Haft : Obduktion bestätigt: Rentner starb an tiefem Halsschnitt

23-103035965.JPG
1 von 2
Eine Grableuchte steht neben einer Polizeiabsperrung am Eingang zu einem Haus in Wittenburg. Hier ist ein 85 Jahre alter Mann mit einem Messer getötet worden. Foto: Axel Heimken

Die Ermittlungen zu dem Mord in Wittenburg am Wochenende laufen auf Hochtouren. Ein Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft, aber noch sind viele Fragen offen.

von
18. November 2018, 13:00 Uhr

Zwei Tage nach dem Mord an einem Rentner in Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat die Obduktion die Todesursache bestätigt. Der 85-Jährige starb an einer tiefen Halsschnittwunde durch einen scharfen Gegenstand, wie ein größeres Messer, sagte die Schweriner Oberstaatsanwältin Claudia Lange am Montag in Schwerin. Die Tatwaffe sei noch nicht gefunden worden. Der Tatverdächtige, ein 20-jähriger Afghane, habe sich auch noch nicht zu der Tat geäußert. Das Motiv sei noch unklar.

Der abgelehnte Asylbewerber aus Sachsen, der eine Duldung bis Ende Januar hat, sitzt in der Jugendanstalt Neustrelitz in Untersuchungshaft. Er war wenige Stunden nach der Tat festgenommen worden. Der junge Mann war nach bisherigem Ermittlungsstand von der Tochter des Opfers, die im Raum Zwickau in der Flüchtlingshilfe tätig ist, für Hilfsarbeiten am Haus des Rentners nach Wittenburg geschickt worden. Er war demnach am Vorabend der Tat dort eingetroffen.

Nach dem Verbrechen trauert die Stadt Wittenburg um einen engagierten Bürger. „Die Tat ist für uns unfassbar, der 85-Jährige hatte sich unter anderem stark beim Förderkreis Mühle eingebracht“, sagte Bürgermeisterin Margret Seemann (SPD) am Montag. Die Betroffenheit in der Stadt mit rund 6000 Einwohner sei sehr groß. Der Mann habe nach dem Tod seiner Frau vor wenigen Jahren allein gelebt und sei bei ihrem letzten Besuch zwar körperlich eingeschränkt, aber geistig fit gewesen. Seemann warnte davor, den Vorfall für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Als Beispiel führte sie mehrere Aufrufe zu Mahnwachen via Internet seitens der rechtsextremen NPD und der AfD an. „Ich hoffe, dass sich die Bürger gegen solche Versuche zur Wehr setzen“, sagte die SPD-Politikerin. Bisher gebe es keine Hinweise auf eine politische Tat.

Weitere Informationen zu der brutalen Tat lesen Sie hier! (SVZ+)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert