Blücher : Oase der Stille im Lärm der Welt

Christiane Schmidt präsentiert eine Schranktür in der Küche, auf der sich schon unzählige Besucher des Gästehauses verewigt haben.
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Christiane Schmidt präsentiert eine Schranktür in der Küche, auf der sich schon unzählige Besucher des Gästehauses verewigt haben. 

Kirchengemeinde betreibt im Alten Pfarrhaus von 1794 ein besonderes Domizil für alle diejenigen, die das einfache Leben lieben

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30. März 2016, 12:02 Uhr

Der Hauch des Vergangenen umweht das Alte Pfarrhaus im Ort, verleiht dem 1794 errichteten Gebäude in der heutigen Bergstraße 21 historischen Charme. Und jede Menge Charakter, was viele Domizile der Gegenwart von sich längst nicht mehr behaupten können.

„Es ist das zweitälteste Haus in Blücher. Bis 1998 lebte der damalige Pastor Hans-Joachim Wilke in ihm“, weiß Christiane Schmidt zu berichten. Die 71-Jährige betreut das heutige Gästehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Blücher ehrenamtlich seit 2009. Seit 1980 lebt die gebürtige Sachsen-Anhaltinerin im Ort.

„Es gibt 20 Schlafplätze, davon 18 unterm Dach in sechs Zimmern. Zwei Duschen, Toiletten und für kleinere Gruppen ist zusätzlich eine Küche im Obergeschoss vorhanden. Viele Kirchengemeinden aus nah und fern nutzen das Gästehaus, aber auch Konfirmanden, Familien, Radfahrer, Pilgergruppen aus Hamburg und Bayern, Wanderer, Wohngruppen, Naturbeobachter, Vogelkundler, Jugend-, Bläser- und Chorfreizeiten oder Privatpersonen, verweilen gern mal bei uns.“ Im Erdgeschoss befinden sich ein Raum mit zwei Betten für Betreuer, zwei Tagesräume und eine Freizeitküche mit Speiseraum. „In dem wunderschönen Naturgarten lässt es sich hervorragend entspannen. Er ist eine Oase der Stille in unserer mitunter so lauten Welt. Auf einem Sportplatz im Ort kann man außerdem Volleyball, Fußball und Tischtennis spielen“, sagt Christiane Schmidt. Wenn es gewünscht werde, besorge sie auch Nahrungsmittel, vorrangig regionale Produkte, betont die rührige Seniorin. Denn die Stätte sei in erster Linie für Selbstversorger gedacht.

„Viele unserer Gäste suchen bewusst das einfache Leben, ohne Schnickschnack und Firlefanz, um sich selbst wieder zu erden. Sie wollen Ruhe und innere Einkehr“, erzählt Ulrich Dreßler als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins für den Erhalt der Dorfkirche Blücher. Außerdem ist der 71-Jährige auch stellvertretender Vorsitzender des örtlichen Kirchengemeinderates. Zur klerikalen Gemeinde zählen übrigens Dersenow, Groß Timkenberg, Sonnenberg, Besitz, Blücher sowie Hühnerbusch bis zur Schaale. Mit Zahrensdorf sind das um die 1000 Kirchengemeindemitglieder.

„Auf Wunsch werden auch zusammen mit der Biosphäre Rangertouren angeboten. Wir sind dann eine Station auf der Wanderung. Und private Familienfeiern werden gern bei uns veranstaltet. Ende Oktober soll hier bei uns der 85. Geburtstag eines Mannes gefeiert werden, der im ehemaligen Pfarrhaus geboren wurde“, sagt Christiane Schmidt. Sie freue sich schon sehr auf das Zeitzeugengespräch und den Austausch von Erinnerungen. „Viele kennen das Alte Pfarrhaus noch aus ihren Kindertagen. Es war immer schon ein besonderer Ort und Sammelpunkt im Dorf.“

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