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Elbfähren bei Darchau und Neu Bleckede : Nur noch ein Preis für beide Fähren?

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Seit der Wende und noch mehr seit der Rückgliederung des Amtes Neuhaus nach Niedersachsen warten die Neuhauser auf eine Brücke. Über die Elbe in ihren Heimatlandkreis kommen sie mit zwei Fähren. Und das kostet...

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erstellt am 11.Okt.2012 | 07:09 Uhr

Lüneburg | Seit der Wende und noch mehr seit der Rückgliederung des Amtes Neuhaus nach Niedersachsen warten die Neuhauser auf eine Brücke. Über die Elbe in ihren Heimatlandkreis kommen sie mit zwei Fähren, der "Tanja" in Darchau und der "Amt Neuhaus" in Neu Bleckede. Und das kostet. Für die einfache Fahrt muss eine Person im Auto in Darchau 4,50 Euro und in Bleckede 3,50 Euro zahlen. Eine Monatskarte für eine Person plus Pkw kostet für die "Tanja" 60 Euro, für die "Amt Neuhaus" eigentlich 56,50 Euro. Doch da der Landkreis Eigentümer der Fähre zwischen Bleckede und Neu Bleckede ist, bezuschusst er die Monatskarten mit je 20 Euro. Die teilen sich auf in 15 Euro für den Nutzer, der dann noch 41,50 Euro zahlt und in fünf Euro für die Betreiberin , die diesen Anteil für die Instandhaltung der Fähre bekommt.

Verwaltung soll weitere Möglichkeiten prüfen

"Zwei Fähren zwei Preise - das geht nicht", meint dazu Franz-Josef Kamp, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag. Auf der Tagesordnung zum nächsten Kreistag am kommenden Montag steht dann auch ein gemeinsamer Antrag der Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen, über die bisherigen Modellrechnungen der Verwaltung, die ein Bezuschussung der Monats- und auch der Zehnerkarte vorsehen, hinaus, zu prüfen, wie eine Jahresvignette bezuschusst werden könnte. Außerdem sollen kontinuierlich Verbesserungsmöglichkeiten überprüft werden. Als Begründung heißt es, dass es unabhängig von der Bürgerbefragung zur Brücke bei Darchau vor 2018 keine feste Elbquerung geben wird und die Fährverbindungen daher attraktiver gestaltet werden müssten. Die CDU-Fraktion gibt sich noch radikaler und fordert, "bis zum Bau der Elbbrücke Darchau-Neu Darchau auf die Erhebung von Entgelten für die Nutzung der Elbfähre Bleckede zu verzichten".

Nun muss man sich vergegenwärtigen, dass die Landtagswahl vor der Tür steht und dass sich zum einen da Wahlgeschenke gut machen. Zum anderen können aus der Opposition (CDU) heraus auch Forderungen gestellt werden, die sich zwar gut anhören, aber wohl kaum durchsetzbar wären. Man müsste doch meinen, dass sich der Fährbetrieb Darchau, der ein Eigenbetrieb der Gemeinde Darchau ist, sofort gerichtlich gegen so eine Konkurrenz vorgehen würde.

Was ist also für die Fährbenutzer realistisch drin? Die Verwaltung verhandelt seit März dieses Jahres mit den beiden Fährbetrieben. Da hatte der Kreistag den Auftrag erteilt, nach Möglichkeiten zu suchen, den Fährbetrieb insgesamt zu verbessern. Eine gemeinsame Fährgesellschaft wird es nicht geben, auch eine verbesserte "Bedienqualität", wie längere Fährzeiten wird es wohl nicht geben, war vom Ersten Kreisrat, Jürgen Krumböhmer zu erfahren. Aber am Preis lässt sich was machen, und zwar zunächst für die Monatskarten. Vorgesehen war ein Start für den Jahresanfang, aber da die Politik jetzt wieder neuen Diskussionsbedarf hat, wird sich die Bezuschussung für beide Fährverbindungen etwas hinauszögern. Denn so einfach, wie es scheint, ist die Sache nicht, besonders was die Abrechnungen angeht. Eine Karte, die für beide Fähren nutzbar wäre, das ist erstmal noch Zukunftsmusik.

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