zur Navigation springen

Notunterkunft : Nur noch 80 Flüchtlinge in Sumte

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Eine Gruppe Abgeordneter der Grünen-Fraktion im Landtag besuchte die Einrichtung / Bürgermeisterin sprach über die Situation in der Gemeinde

von
erstellt am 26.Mai.2016 | 20:55 Uhr

„Wir haben zum heutigen Tag nur noch 80 Personen hier in Sumte untergebracht.“ Mandy Thoms vom ASB, der die Notunterkunft für Flüchtlinge in Sumte betreibt, führte gestern eine Gruppe der Landtagsfraktion der Grünen durch das Gebäude. Wo noch vor nicht allzu langer Zeit immer dichtes Gewusel auf dem langen Gang herrschte, ist es nun ziemlich still und auch leer.

Die fünf Abgeordneten, ihre zwei Begleiter und Bürgermeisterin Grit Richter schauten in die Kleiderkammer, den Speisesaal, den Kindergarten. Dann schloss sich ein Gespräch an. Christian Meyer sprach als Erstes ein Lob aus. Man habe schon verschiedene Einrichtungen besucht. Diese hier mache einen sehr guten Eindruck.

Grit Richter unterstrich, dass es immer eine gute Kommunikation zwischen der Verwaltung, der Einrichtung und den Bürgern gegeben habe. „Wir haben hier keine Vorkommnisse, wie an anderen Orten, auch wenn man natürlich nicht alle Einwohner einbinden kann.“

Im vergangenen Jahr sind dem Land Niedersachsen 100  000 Flüchtlinge zugewiesen worden. Wie viele es in diesem Jahr werden, ist schwer abzuschätzen. Zurzeit kämen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) keinerlei Zahlen, bemängelte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Meta Janssen-Kucz. Das mache es schwierig, zu planen. Jetzt müsse man schauen, welche Plätze in Notaufnahmeeinrichtungen erhalten blieben und welche nicht. „Nun kommt die ganz schwere Aufgabe der Integration auf uns zu, wobei dieser Begriff schon so abgenutzt ist. Wir als Grüne haben für die Kommunalwahl gerade den Slogan geprägt: ,Zusammenleben lernen‘ “, so Meta Janssen-Kucz.

Das Stichwort nahm die Bürgermeisterin auf und wies darauf hin, dass in der Gemeinde inzwischen 104 Flüchtlinge leben würden und für deren Betreuung gerade mal eineinhalb Stellen zur Verfügung stünden. „Alles andere leisten Bürger im Ehrenamt.Im Haushalt ist kein einziger Cent für Integrationsarbeit eingestellt. Wenn wir diese Arbeit leisten wollen, dann muss dafür Geld kommen, natürlich für alle Kommunen.“ Gerald Heer, haushaltspolitischer Sprecher bei den Grünen: „Wir sind an den Thema dran. Der Bund gibt nur zwei Prozent seines Haushalts für die Flüchtlingspolitik aus, das meiste davon für das BAMF, die Länder stehen bei sieben Prozent.“ Da müsse sich was ändern. Miriam Staudte bedankte sich, man habe zunächst noch überlegt, ob sich ein Besuch wegen der inzwischen geringen Zahl der Bewohner lohne, aber man sei froh, hier gewesen zu sein und nehme wichtige und interessante Eindrücke mit. Danach ging es weiter nach Vockfey.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert