Sumte : Nur noch 263 Bewohner im Camp

Seit sieben Wochen gibt es Unterricht in der Notunterkunft in Sumte für die Kinder im Alter zwischen sieben und 15 Jahren. Das Foto zeigt aufgeregte Kinder bei der „Einschulung“.
Seit sieben Wochen gibt es Unterricht in der Notunterkunft in Sumte für die Kinder im Alter zwischen sieben und 15 Jahren. Das Foto zeigt aufgeregte Kinder bei der „Einschulung“.

Anzahl der Flüchtlinge in der Notunterkunft ist stark gesunken. Die höchstmögliche Belegung von 750 Personen wurde zu keinem Zeitpunkt erreicht

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22. März 2016, 21:00 Uhr

Die Abläufe sind eingespielt, alles geht seinen Gang, aus Sumte ist nichts Spektakuläres zu melden. „Tauchen Probleme auf, werden sie besprochen und abgestellt, wie die Beschwerde eines Anwohners über Ruhestörung am kleinen Wartehäuschen, das der ASB etwas außerhalb der Einrichtung hatte aufstellen lassen“, sagt   Ortsvorsteher Christian Fabel.  Das Häuschen wurde kurzerhand versetzt und steht nun dichter am Gebäude der Notunterkunft. „Ich habe da jetzt den direkten Blick drauf“, so Jens Meier  beim Frühjahrsempfang. Er war gebeten worden, über die Einrichtung zu sprechen und wartete auch mit Zahlen auf.

Die zunächst geplante Anzahl von 1000 Flüchtlingen  war von Seiten des Innenministeriums selbst auf maximal 750 Personen, die in Sumte unterkommen sollten, reduziert worden. Auch diese Zahl sei nie ganz erreicht worden.  „Im November hatten wir die meisten Bewohner, da waren es 706 Personen, davon allein 200 Kinder“, so Jens Meier.

Aktuell sind nur noch 263  Personen in der Notunterkunft untergebracht und Meier rechnet damit, dass es Mitte April unter 200 sein werden und die Anzahl langsam gegen 100 geht. „Die Ankunft neuer  Personen ist weder angekündigt noch geplant.“  Viele haben inzwischen die Einrichtung verlassen und wurden Kommunen zugewiesen, um in Wohnungen auf die Entscheidung über ihren Asylantrag zu warten. Vor zweieinhalb Wochen waren noch einmal 200 neue Flüchtlinge in Sumte aufgenommen worden. 

Der Mietvertrag zwischen dem ASB und der Firma Apontas läuft bis zum 31. Oktober dieses Jahres, mit einer Option auf eine Verlängerung um ein Jahr. Im Camp sind 70 Mitarbeiter beschäftigt, davon allein 46 aus Neuhaus. Von Anbeginn  an ist die soziale Betreuung umfangreich gewesen. „Es ist immens wichtig, dass die Menschen eine Beschäftigung haben. “  Ein ganzes Netzwerk von Ehrenamtlichen hilft, zum Beispiel beim Deutschunterricht.  Es habe auch kleine Probleme und Auseinandersetzungen gegeben, die immer im Zusammenhang mit Alkoholkonsum standen. „Im Camp darf nicht getrunken werden, aber ich kann niemandem verbieten, sich Alkohol zu kaufen und ihn dann irgendwo draußen zu trinken.“

Meier war in seiner Rede voll des Lobes über die Firmen, die bei der Einrichtung des Camps geholfen hatten und über die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Bürgermeisterin Grit Richter gibt dieses Kompliment zurück. „Dass es so gut läuft, liegt sicher zum einen in der Person von Herrn Meier begründet. Alles wird sofort kommuniziert und Probleme werden abgestellt.  Aber auch den ehrenamtlichen Helfern  und den Bewohnern von Sumte kann man gar nicht oft genug danken.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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