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Erweiterung der Biogasanlage Rosien in Ausschuss : "Nur mit Einverständnis der Rosiener"

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Bauausschuss in der ZOB-Scheune: Auf der Tagesordnung stand der Bebauungsplan "Schweinezucht Neuhaus GmbH" in Rosien. Ein Bebauungsplan ist Voraussetzung, damit die Biogasanlage vergrößert werden kann.

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erstellt am 23.Aug.2012 | 11:11 Uhr

Neuhaus/Rosien | Hoch her ging es im Bauausschuss am Dienstagabend in der ZOB-Scheune. Auf der Tagesordnung stand der Bebauungsplan „Schweinezucht Neuhaus GmbH“ in Rosien. Ein Bebauungsplan ist die Voraussetzung, damit Coen Verhag seine bestehende Biogasanlage auf eine Leistung von 2,2 Megawatt vergrößern kann. Damit würde er die Leistung mehr als verdreifachen. Er plant, in zwei Stufen auszubauen: in der ersten zunächst eine Erweiterung auf ein Megawatt und in einer zweiten auf 2,2 Megawatt. Ist die letzte Stufe erreicht, soll die Abwärme auch in ein Fernwärmenetz geleitet werden.

Die Anzahl der Tiere soll von derzeit 1860 Sauen und 480 Jungsauen mit ihrer Nachzucht auf 2176 Sauen und 2352 Jungsauen ansteigen.

Den Rosienern "stinkt" es seit Jahren

Nun ist es so, dass die Bewohner in Rosien, von denen einige zur Sitzung gekommen waren, sich seit Jahren von der schon bestehenden Anlage durch Geruch belästigt fühlen. Sie fürchten noch mehr Gestank und natürlich auch eine Belastung durch verstärkte Transporte zur Biogasanlage. Die Mehrheitsfraktion aus SPD/BAN/Linke im Rat, der schlussendlich über den Bebauungsplan entscheiden wird, hat sich auf die Fahnen geschrieben, nichts gegen den Willen der Rosiener Bürger durchzusetzen. Das machte Klaus Karnatz (BAN), Vorsitzender des Bauausschusses, gleich zu Beginn deutlich. Er wollte sich überhaupt nicht mit dem Thema befassen. "Überzeugen Sie die Bürger von Rosien von der Anlage. Wenn die einverstanden sind, dann können wir weitermachen."

Die Entrüstung auf der Gegenseite war groß. Klaus Niederhoff (Unabhängige) fand es unmöglich, sich nicht damit zu befassen, man könne doch nur eine Entscheidung treffen, wenn man sich damit auseinandersetze. Henning Niemann als beratendes Mitglied wies darauf hin, dass mit der Erweiterung womöglich zwei Verbesserungen erreicht werden könnten. Einmal könnte man den Investor mit städtebaulichem Vertrag dazu bringen, die Anliegerstraße zu sanieren und zum zweiten könnten sich die Immissionen durch den Bau einer Filteranlage verringern.

Bärbel Behnke von der planenden NLG durfte dann doch ihre Ergebnisse vorstellen. Nach sehr ausführlichen Erläuterungen zu möglichen Beeinträchtigungen für die Natur und einer kurzen Ausführung zum "Schutzgut Mensch" zog sie das Fazit, dass das Vorhaben für Mensch und Natur verträglich ist. Eine anschließende Diskussion fand nicht statt. Ausschussvorsitzender Klaus Karnatz stellte den Antrag, einen empfehlenden Beschluss zu vertagen, was ihm von Seiten der Unabhängigen wieder Schelte eintrug. Doch die Mehrheit im Rat hält die Gruppe SPD/BAN/Linke und mit ihrer Mehrheit auch im Bauausschuss wurde der Tagungsordnungspunkt dann vertagt.

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