Wittendörp : Notbremse für Dreilützower Haus

Gemeindevertreter Georg Etmanski (li.) forderte sehr engagiert immer wieder eine Grundsatzsitzung zu den Zielen des Kitaneubaus. Bernd Frahm aus Dodow (re.) brennt dieses Thema auch auf den Nägeln.
Gemeindevertreter Georg Etmanski (li.) forderte sehr engagiert immer wieder eine Grundsatzsitzung zu den Zielen des Kitaneubaus. Bernd Frahm aus Dodow (re.) brennt dieses Thema auch auf den Nägeln.

Wittendörp muss wieder ein Projekt begraben: Kein erneuertes Dorfgemeinschaftshaus.

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01. November 2017, 21:00 Uhr

Harte Zeiten für die Großgemeinde Wittendörp. Schweren Herzens mussten die Gemeindevertreter in dieser Woche die Notbremse für die seit vielen Monaten vorbereitete Reparatur des Dorfgemeinschaftshauses in Dreilützow beschließen. Die Faktenlage war erdrückend. Um die Vorgaben, die vor allem vom Landkreis kamen, erfüllen zu können, hätte schon längst gebaut werden müssen. Doch noch fehlen wichtige Unterlagen, beispielsweise die Prüfstatik für den Dachbereich. Dabei hätte die Gemeinde das Bauvorhaben, es geht derzeit um insgesamt 200 000 Euro, bereits am Ende des Jahres schon abrechnen müssen. Doch selbst die vom Landkreis angebotene Fristverlängerung bis Februar kommenden Jahres half nicht. Auf die glasklare Empfehlung des Bauausschusses hin, stimmte die Vertretung schließlich schweren Herzens, einem Stopp und damit auch der Rückgabe der Fördermittel in Höhe von 80 000 Euro zu. Gemeindevertreter Jörn Koch, Vertreter aus Dreilützow, bekannte, dass es ihm extrem schwerfalle, aber auch er müsse zustimmen. Denn ohne die Förderung kann die Gemeinde mit Blick auf ihre aktuelle Haushaltslage das schon gar nicht stemmen.

Im Ergebnis stehen die Dreilützower weiter ohne einen Treff da und sind auf das Wohlwollen der Caritas im nahen Schloss angewiesen. Da will die Gemeinde aber schnell helfen und sich mit den Schlossbesitzern ins Benehmen setzen.

Und die Ursache für das Dilemma? Die liegt nicht zuletzt im deutschen Baurecht und in der Überforderung aller Beteiligten, einschließlich der vielen Fachleute. Am Ende brach dem Projekt das große Dach mit seiner Spannweite über 15 Metern das Genick. Damit war das Haus ein Sonderbauwerk, es gab Begutachtungen, Forderungen und Fristen. Und schließlich wurde die Zeit zu knapp. Die permanente Zerstrittenheit in der Vertretung half natürlich auch nicht. Am Ende war es auch der Gedanke der Gleichbehandlung der Ortsteile, der zum Stopp führte. Nicht umsonst gibt es mit Blick auf die Haushaltslage und vielen Ortsteile den Grundsatzbeschluss, derartige Großprojekte grundsätzlich mit Förderung zu bauen.

Somit wird alles auf Anfang gedreht. Bürgermeister Bernd Ankele versprach, dass die Gemeinde im kommenden Jahr einen neuen Anlauf für Dreilützow nehmen werde.

Somit wächst die Liste der offenen Probleme in der Gemeinde. Angeblich aufgehobene Förderbescheide für die Feuerwehrautos in der Gemeinde oder der verpatzte Straßenbau in Tessin. Überhaupt noch nicht klar ist zudem auch, wie es mit den Kindergärten weitergehen soll. Hier hat Gemeindevertreter Georg Etmanski fast flehentlich eine Sondersitzung gefordert. So etwas, allerings in komplett interner Runde, will der frühere Bürgermeister Jürgen Nadzeika auch. Doch dafür gibt es noch keinen Termin.

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