Aufräumaktion : Nieklitz: Der Zukunftspark erwacht

Extra für das Sommercamp haben sich die Aktiven eine Sommerküche eingerichtet, gekocht wird reihum.  Fotos: Pohle
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Extra für das Sommercamp haben sich die Aktiven eine Sommerküche eingerichtet, gekocht wird reihum. Fotos: Pohle

Nach dem Kauf starten die Genossenschaftler mit einem Camp die erste große Aufräumaktion im fast verwilderten ZMTW-Park

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22. August 2016, 11:45 Uhr

Von außen hat sich im fast zugewachsenen Bionik-Park in den letzten Wochen nichts geändert, im Inneren dagegen eine ganze Menge. Nach dem Kauf des verwilderten einstigen Vorzeigeparks bei Nieklitz wird nun angepackt. Und zwar von Leuten aus ganz Deutschland. Die Gruppe junger Leute, die derzeit eine Genossenschaft für das Gelände gründen, haben ein Sommercamp ins Leben gerufen. Und Interessenten aus ganz Deutschland kamen. Aktuell sind gut 40 Leute im Camp, die vor allem eines tun – arbeiten. Denn die Aufgabe auf dem zehn Hektar großen Gelände ist gewaltig.

Jennifer Silze, Sprecherin der Gruppe, weiß das wie die anderen auch. „Wir haben in der kurzen Zeit schon einiges geschafft. Die Dachentwässerung im Seminarhaus ist repariert, verschimmelte Teppiche im Inneren entfernt, vergammelte Zwischenwände rausgerissen. Wir kommen voran“, ist die junge Frau, die aus Ostfriesland stammt, optimistisch.

Die, die freiwillig mitmachen, kommen vom Bodensee, aus Berlin, Kassel, aus dem nahen Hamburg natürlich. Viele sind handwerklich begabt, motiviert sind alle. Es gibt saubere Toiletten auf dem Gelände, warmes Wasser, Duschen und sehr viel Abfall. Für den haben die Aufräumtrupps schon ein systematisches Lager angelegt, schließlich soll vom Müll auch einiges für die neuen Projekte wiederverwendet werden. Upcyclen nennt man das.

Überall wuselt es auf dem Gelände, das Haus der Düfte ist schon halb aufgeräumt, anderswo wird mit Sensen und bloßen Händen dem Unkraut zu Leibe gerückt. Ganz in der Nähe findet sich der ganze Stolz der Truppe, die Werkstatt. Die ist eine Spende von Hans Fleming und Nancy Codero de Fleming aus Berlin-Friedenau. Ein 7,5-Tonner voller Werkzeug, vieles davon nagelneu. Es gibt den Kranichhof bei Zarrentin, der Stroh vorbeibrachte. Es gibt Stefan Funke aus Dümmer, der fast 100 Kilogramm Gemüse für die Gruppe, die sich vegetarisch ernährt, spendete. Und es gibt viele Neugierige. Zum ersten Besuchertag kamen schon 90 Interessierte, obwohl die Werbung bescheiden war. Ein nächster Besuchstag im September soll folgen. Wer die Mannschaft kennenlernen will, sollte sich den nächsten Schaalseemarkt in Zarrentin vormerken. Dort will man mit einem Stand vertreten sein. Wohin die Reise mit dem Zukunftspark Nieklitz geht, das ist noch nicht ganz klar. Denn das Aufräumen, Sichern und Vorbereiten für den Winter wird dauern. Sicher ist nur, dass es ein Projektpark voller Ideen für die Zukunft werden soll. Ein Wohnpark, eine Kommune gar, wie manche vermuten, ist nicht geplant. Und Wohnen ist auf dem Gelände auch nicht erlaubt. Dauerhafte Präsenz schon, zu viel ist in den vergangenen Monaten gestohlen oder zerstört worden. Vieles wird auch noch benötigt. Ceylan Rohrbeck, die von Anfang an zur Gruppe gehört, träumt von einer alten Gastroküche oder einem Balkenmäher, anderen Gartengeräten, Sensen. „Die Geräte müssten für uns auch keinen Tüv haben.“ Derweil hat man sich im Sommercamp gut organisiert, eine große, offene Küche ist entstanden. Mit dem Kochen sind alle mal dran, helfende Hände gibt es viele. Jeden Morgen wird über die Tagesaufgaben geredet und über die Mittel, die nötig sind, um diese zu erreichen. Denn bei aller Entspanntheit gibt es das Ziel, das Gelände wieder zu nutzen.

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