Winterfahrplan der Bahn : Neuhauser Pendler frustriert

Gedrängel auf den Bahnsteigen ist in Hamburg eher die Regel als die Ausnahme.
Gedrängel auf den Bahnsteigen ist in Hamburg eher die Regel als die Ausnahme.

Neuer Winterfahrplan bringt längere Fahrt- und Wartezeiten für Bahnkunden, die mit dem Regionalzug 1 nach Hamburg fahren

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28. November 2015, 00:33 Uhr

Pendler verbringen per se schon einmal viel Zeit mit der An- und Abreise zum Arbeitsort. Für diejenigen, die den Regionalzug aus Richtung Schwerin nach Hamburg nehmen, werden sich mit Beginn des Winterfahrplans die Zeiten, die sie in der Bahn oder wartend auf dem Bahnsteig verbringen, nochmal verlängern (SVZ berichtete). Der Frust ist entsprechend hoch.

SVZ sprach mit zwei Betroffenen aus dem Amt Neuhaus. Ronny Nowak pendelt seit zweieinhalb Jahren von Brahlstorf nach Hamburg. Ihm gefällt überhaupt nicht, was da auf ihn und alle Bahn-Pendler zukommt. Er nimmt zurzeit den Zug 16.34 Uhr ab Hamburg zurück nach Brahlstorf. Der fährt demnächst aber schon um 16.11 Uhr in Hamburg los. Den kann er nicht schaffen.Also muss er 40 Minuten warten, bis der nächste Zug um 17.13 Uhr fährt. Zusätzlich dauert die Fahrzeit dann auch noch länger, nämlich statt bisher 51 Minuten eine Stunde und zwölf Minuten.

Reno Jettkand aus Neuhaus pendelt seit 1998 von Brahlstorf nach Hamburg. Aus ihm bricht der Frust förmlich heraus. „Ich fahr um 5.32 Uhr in Brahlstorf los. Bisher habe ich den 16.34-Uhr-Zug gut geschafft. Wenn ich den weiterhin nehme, schaffe ich meine Arbeit nicht mehr, muss dann an bestimmten Tagen länger arbeiten.“

Aber das ist ja noch lange nicht alles. Schon seit Wochen gäbe es regelmäßig Verspätungen, fast kein Zug fahre pünktlich, manchmal fallen Verbindungen einfach aus. „Man kann sich nicht erklären, warum es eine Zeit lang klappt und dann wieder überhaupt nicht“, so der Neuhauser. Und über die Informationspolitik der Bahn kann er nur noch abfällig den Kopf schütteln. „Die Bahn-App ist ein Witz. Das kommt häppchenweise, erst mit fünf, dann zehn, schließlich 20 Minuten Verspätung. Mir kann keiner erzählen, dass die die tatsächliche Verspätung nicht viel früher wissen. Anstatt bei großer Verspätung noch im Auto sitzen bleiben zu können, friert man sich auf dem zugigen Bahnsteig den Hintern ab. Ich fühle mich als Pendler von der Bahn ver...“, so Reno Jettkannt. Viele Infos und die Möglichkeit, eine Petition zu unterschreiben, findet man auf: www.pendlerprotest.de

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