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Hagenower Kreisblatt

24. September 2017 | 05:22 Uhr

Lübtheen : Neues Kapitel in der Bibliothek

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Elke Stenzel leitet seit Jahrzehnten die Städtische Bücherei in Lübtheen. Ab Herbst arbeitet sie ihren jungen Nachfolger ein.

„Viele Leute denken ja, was machen die da eigentlich in der Bibliothek den ganzen Tag. Kaffee trinken und warten“, sagt Elke Stenzel mit einem süffisanten Lächeln. Und sie beantwortet die imaginäre Frage dann auch direkt und energisch. „Hier kommt keine Langeweile auf. In meinen 27 Wochenstunden ist die Arbeit manchmal kaum zu schaffen. Die meiste Zeit geht eben für die Planungen von Veranstaltungen drauf.“

15 bis 20 Events gibt es über das Jahr verteilt in der Lübtheener Bibliothek - allesamt geplant und vorbereitet von Elke Stenzel, die seit 42 Jahren quasi die Seele des Hauses ist. Jetzt wird aber bald ein neues Kapitel in der Geschichte der Bücherei aufgeschlagen. Im Herbst beginnt ein 16-Jähriger seine Ausbildung als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste mit der Fachrichtung Bibliothek. Elke Stenzel hat dann das Vergnügen ihren eigenen Nachfolger auszubilden. Sie selbst ist diplomierte Bibliothekarin. „Eine solche Qualifikation ist aber heutzutage nicht mehr nötig. Hier zählt mehr die soziale Komponente. Man muss mit den Menschen gut zurechtkommen“, sagt die 59-Jährige.

Bis zu ihrer Rente erwarten sie mit ihrem Schützling aber nochmals drei spannende Jahre, auf die sie sich sehr freut. „Schön, wenn ich vieles von dem, was ich weiß und kann, weitergeben kann. Aber auf den Ruhestand freue ich mich auch“, so die sympathische Blondine mit der auffälligen Brille. Ihr Nachfolger, Marc Sudeck aus Hagenow kann sich glücklich schätzen, so eine Ausbilderin zu bekommen. In der Bibliothek, die mit knapp 10000 Leihobjekten ausgestattet ist, kennt die Leiterin jeden Winkel, jedes Buch, jede Zeitschrift, jedes Spiel. „Und wenn man doch einmal technische Unterstützung braucht, gibt es ja den Computer“, sagt die Lübtheenerin mit einem erfrischenden Lachen.

Sorge hingegen bereitet ihr, dass die Kinder immer weniger Bücher lesen. Zwar werden noch immer 3422 Besucher gezählt (2016), aber es sind nur noch 247 aktive Benutzer in Lübtheen, die für die 9348 Entleihungen verantwortlich sind. „Und dann sind es eben auch viele Konsolenspiele, die für kleines Geld bei uns ausgeliehen werden können. Mir wäre lieber, wenn noch mehr Kinder mit dem Wunsch nach Büchern kommen würden. Aber hier sehe ich eher die Eltern in der Pflicht. Sie müssen ihren Sprösslingen auch die Lust zum Lesen vermitteln“, sagt Elke Stenzel.

Sie selbst bleibt unermüdlich, auch noch nach 42 Jahren, und versucht die Lübtheener Kinder für Bücher zu begeistern. So wie die 3. Klasse der Lindenschule, die kürzlich zu Gast war und neben Bewegungsspielen, die alle mit großer Freude machten, auch interessante Geschichten aus alten Büchern hörten.

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