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Alba-Nord übernimmt Entsorgung von Leichtverpackungen : Neue Regeln für Gelbe Säcke im Kreis

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Eigentlich sollte Alba-Nord erst ab Januar für die Entsorgung der Gelben Säcke im Landkreis zuständig sein. Doch nun musste das Unternehmen früher einspringen - weil vielerorts Gelbe Säcke zur Mangelware wurden.

svz.de von
erstellt am 12.Dez.2012 | 10:37 Uhr

Hagenow | Eigentlich sollte der Entsorgungsriese Alba-Nord erst ab Januar für die Entsorgung der Gelben Säcke im gesamten Landkreis zuständig sein. Doch nun musste das Unternehmen früher einspringen, weil in großen Teilen des Altkreises Ludwigslust die leeren Gelben Säcke zur Mangelware wurden. "Wir hatten aus vielen Bereichen wie Stralendorf, Lübtheen, Wittenburg oder Ludwigslust viele Anrufe, wo die Leute sich beschwert haben, dass sie keine Gelben Säcke mehr bekommen", bestätigte gestern Steffen Grünwaldt, der Leiter des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes. Jetzt werden diese Mängel abgestellt. Der neue Entsorger, der den Job schon einmal vor Jahren hatte, verteilt seit wenigen Tagen gut 200 000 Säcke an die insgesamt 74 Verteilzentren, die es im neuen Kreis gibt. Somit ist der Nachschub wieder gesichert. Hintergrund der plötzlichen Knappheit sind ausbleibende Lieferungen durch den bisherigen Entsorger, die "Willi Damm GmbH" aus der Nähe von Mölln. Gründwaldt bestätigte, dass es wegen des Vorfalls sogar ein Gespräch mit dem Dualen System in Deutschland gab und dass die offenkundige Nichterfüllung des Auftrages für das Unternehmen Folgen haben werde. Der Landkreis ist an dem ganzen Verfahren jedoch nur informell beteiligt, den Entsorgungsauftrag vergibt das Duale System, das inzwischen auch noch aus verschiedenen Firmen besteht.

Ab 1. Januar übernimmt dann Alba Nord komplett die Entsorgung der so genannten Leichtstoffverpackungen im großen Kreis, bisher war die Entsorgung geteilt. Es geht um einen gewaltigen Aufwand. Hinter den 7800 Tonnen aus der Ausschreibung stecken ungefähr sechs Millionen Gelbe Säcke im Jahr, die kreisweit eingesammelt, zwischengelagert und dann zu den Sortierzentren gebracht werden müssen. Bis zu 14 Männer auf sieben Spezialfahrzeugen bietet das Unternehmen dafür auf, erzählte Alba-Niederlassungsleiter Jörg Leimann. Seine Firma werde die neue Aufgabe im wesentlichen über die Stützpunkte in Hagenow und Rom (bei Parchim) abwickeln. Zusätzlich wird es eine Umladestation in Domsühl geben.


Für die Bürger ändern sich mit dem neuen Entsorger vor allem die Abholtermine, die mit den bisherigen nichts mehr zu tun haben. Zwar bleibt es beim bisher üblichen 14-Tage-Rhythmus, dafür sind die Touren neu aufgebaut. Steffen Grünwaldt: "Wir empfehlen wirklich allen Bürgern, sich über die neuen Termine zu informieren, damit es im kommenden Jahr keinen Ärger gibt."

In der kommenden Woche wird der neue "Abfallratgeber des Landkreises" in alle Haushalte verteilt, zusätzlich wird es Angebote im Internet und auch ab Dezember zwei kostenlose Service-Telefonnummern geben.


Im Altkreis Parchim gab es bisher keine Probleme mit der Bereitstellung der Gelben Säcke. Das dort bisher tätige Unternehmen "Fehr" wird über ein spezielles Abkommen auch in die neue Entsorgung eingebunden. Alba hat in sein neues Entsorgungsteam auch ortskundige Fahrer aufnehmen können, so dass auch jeder Haushalt sicher erreicht werden soll.

Die Investitionen für das eigentlich überholte System sind gewaltig, ein einziges der Entsorgungsfahrzeuge kostet so um die 130 000 Euro netto. In drei Jahren, wenn wieder ausgeschrieben werden muss, ist damit eigentlich kein Geld zu verdienen. Der Landkreis macht auch keinen Hehl daraus, dass er lieber komplett auf die organgefarbenen Wertstofftonnen umstellen würde. Doch dafür muss sich erst die Bundesgesetzgebung ändern. Ob das noch vor den Wahlen passiert, ist offen.

In der Stadt Hagenow läuft seit Monaten ein sehr erfolgreicher Modellversuch mit gut 2000 Wertstofftonnen. Steffen Grünwaldt: "Dieser Versuch wird in jedem Fall im Jahr 2013 weitergeführt. Die Sortierungsanalyse ergab gute Ergebnisse, in den Tonnen landete auch nicht mehr falsches Material als bei den Gelben Säcken." Dafür ist der Aufwand über die Tonnen geringer, ganz zu schweigen vom Anblick. Die Berge Gelber Säcke an den Entsorgungstagen in Hagenow sind deutlich kleiner geworden.

Und es gibt noch mehr Argumente für eine Umstellung: Viele Gelbe Säcke werden weiterhin für alles mögliche zweckentfremdet, und sie kosten auch Geld. Für 1000 Stück sind 26 Euro fällig, bei sechs Millionen sind das im Jahr immerhin 156 000 Euro.

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